Montag, 22. Januar 2018

Bundestag und Nationalversammlung feiern 55 Jahre Elysee-Vertrag

Mit einer gemeinsamen Sitzung im Berliner Reichstagsgebäude haben der Deutsche Bundestag und die französische Nationalversammlung den 55. Jahrestag des Elysee-Vertrags gefeiert. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte dabei am Montag, der 1963 unterzeichnete deutsch-französische Freundschaftsvertrag habe die Beziehungen der beiden Länder „glücklich verändert“.

Deutschland und Frankreich feiern 55-Jahre Elysee-Vertrag.
Deutschland und Frankreich feiern 55-Jahre Elysee-Vertrag. - Foto: © APA/AFP

Weil die Welt sich beständig ändere, müssten die bilateralen Beziehungen aber weiterentwickelt werden, so Schäuble. Die Abgeordneten wollen am Montag eine Resolution verabschieden, die sich für eine Neufassung des Elysee-Vertrags und ein deutsch-französisches Parlamentsabkommen stark macht.

Der Präsident der französischen Nationalversammlung, Francois de Rugy, sagte in einer auf Deutsch gehaltenen Rede, es gehe darum, „das bisher Erreichte zu würdigen, die aktuelle Lage klar zu analysieren und uns konkret auf unsere Zukunft vorzubereiten“. Er warnte dabei vor Populismus und Nationalismus: „Populismus und nationalistische Bewegungen bedrohen alle europäischen Nationen.“
Für 17.00 Uhr ist eine gemeinsame Parlamentssitzung in der französischen Nationalversammlung in Paris geplant.

Elysee-Vertrag gilt als Meilenstein der beiden Länder

Der Elysee-Vertrag war am 22. Jänner 1963 vom damaligen deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Staatschef Charles de Gaulle unterzeichnet worden. Der Vertrag regelt die deutsch-französische Zusammenarbeit und gilt als Meilenstein in der Aussöhnung der beiden Länder nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten am Wochenende angekündigt, mit einer Neuauflage des Vertrags die Zusammenarbeit in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Technologie vertiefen zu wollen. Der neue Elysee-Vertrag soll noch in diesem Jahr unterzeichnet werden. Damit soll auch die Europäische Union gestärkt werden.

apa/afp/dpa

stol