Mittwoch, 15. April 2015

Chaos auf Sizilien: 10.000 Flüchtlinge seit Samstag eingetroffen

Über 10.000 Flüchtlinge sind seit Samstag von der italienischen Küstenwache und der Marine im Mittelmeer gerettet worden.

Foto: © APA/EPA

Allein seit Montag wurden 1.511 Migranten in Sicherheit gebracht. Chaotische Zustände herrschen auf Sizilien. In Palermo trafen am Mittwoch zwei Schiffe mit 480 Menschen an Bord ein, 236 landeten in der Hafenstadt Messina.

Die neue Flüchtlingswelle betrifft auch die kleine Felsinsel Lampedusa südlich von Sizilien. 1.443 Menschen sind zurzeit im Auffanglager der Mittelmeerinsel eingepfercht.

Dabei ist die Flüchtlingseinrichtung für lediglich 250 Menschen gedacht, warnen Menschenrechtsorganisationen. Die italienische Regierung will eine Luftbrücke organisieren, um die Flüchtlinge aufs Festland zu bringen.

Italien fordert Errichtung von Flüchtlingslagern in Afrika

Angesichts der zunehmenden Anzahl von Flüchtenden aus Libyen macht Italien Druck auf die EU für die Errichtung von Flüchtlingslagern in Afrika, die von internationalen Menschenrechtsorganisationen betrieben werden sollen.

Menschen auf der Flucht vor Kriegen und Verfolgung sollten dort den Antrag auf politisches Asyl in der EU stellen können, forderte Vize-Außenminister Lapo Pistelli in einem Interview.

„Die EU muss uns helfen, über eine halbe Million Flüchtlinge werden in den nächsten Monaten in Italien erwartet. Wir müssen in Europa die Last des Migrantennotstands auf faire Weise verteilen“, meinte Pistelli.

„Libyen ist eine absolute Priorität. Man muss die Lage in diesem Land stabilisieren, will man die Flüchtlingswelle stoppen“, betonte der italienische Innenminister Angelino Alfano.

apa

stol