Donnerstag, 23. März 2017

Despar investiert in die Zukunft

Handel: Lebensmittelkette plant Investitionen von 140 Millionen in den Neu- und Umbau von Geschäften

Kämpferisch, was den Bau des geplanten Aspiag-Einkaufszentrums in der Bozner Industriezone betrifft: Paul Klotz (links), Aspiag-Geschäftsführer, und Aspiag-Präsident Rudolf Staudinger. Foto: Despar
Kämpferisch, was den Bau des geplanten Aspiag-Einkaufszentrums in der Bozner Industriezone betrifft: Paul Klotz (links), Aspiag-Geschäftsführer, und Aspiag-Präsident Rudolf Staudinger. Foto: Despar

Ein wachsendes Unternehmen, sowohl in Bezug auf Umsatz als auch neue Filialen und Mitarbeiter, bereit, weithin Millionen zu reinvestieren – so präsentiert sich das Unternehmen Aspiag, der Konzessionär für Veneto, Friaul Julisch Venetien, Trentino-Südtirol und der Emilia Romagna von Despar, Eurospar und Interspar. Das zweite Jahr in Folge hat die Einzelhandelskette beim Umsatz die 2-Milliarden-Euro-Marke geknackt. Diese kletterte gegenüber 2016 um plus 3 Prozent auf 2,07 Milliarden Euro.

Aspiag schnitt somit besser ab als die Konkurrenten. Im italienischen Großhandel wurde lediglich ein Plus von 0,1 Prozent gemeldet. „Auch in einem schwierigen Jahr wie 2016 hat sich unser Unternehmen als solide und wettbewerbsfähig erwiesen“, erklärten Aspiag-Präsident Rudolf Staudinger und Aspiag-Geschäftsführer Paul Klotz. Seit Ende 2015 stieg die Zahl der Aspiag-Mitarbeiter (ohne Einzelhandel) von 7189 auf 7568. Die Neuanstellungen waren Folge eines intensiven Entwicklungsprogramms im Jahr 2016. Das Unternehmen hat im Vorjahr 25 neue Standorte eröffnet, weitere 15 Niederlassungen wurden umgebaut. Dafür wurden insgesamt mehr als 100 Millionen  Euro investiert. Insgesamt führt  die Aspiag-Gruppe in Nordost-Italien über 34 Interspar-, 189 Eurospar- und Despar-Geschäfte in Eigenregie,  344 Eurospar- und Despar-Geschäfte sind unter der Leitung von selbstständigen Kaufleuten. Für 2017 plant Aspiag die Investition von 140 Millionen Euro Neueröffnungen und Umbauten von Geschäften.

Robert Hillebrand, Aspiag-Direktor von Trentino-Südtirol "Der Einzelhandel profitiert von unseren Investitionen der vergangenen Jahre." 

Was das geplante Aspiag-Einkaufszentrum in der Bozner Industriezone betrifft, so sei man enttäuscht von der Landesregierung, gibt sich aber kämpferisch: „Wir haben unserer Meinung nach einen Rechtsanspruch auf die Realisierung dieses Einkaufszentrums“, sagte Präsident Staudinger. „Wir sind enttäuscht über das Vorgehen der Landesregierung.“ Er könne nicht verstehen, dass 3 andere Einkaufszentren gebaut werden dürfen, die Aspiag aber nicht. Gegen das Vorgehen der Landesregierung hat die Aspiag beim Bozner Verwaltungsgericht Rekurs eingereicht „und wir sind überzeugt, dass wir durchdringen werden“, so Staudinger.

Aber zurück zu den Bilanzen. Das positive Ergebnis der Gruppe in Nordost-Italien spiegelt sich auch in Bezug auf den Einzelhandel in Trentino-Südtirol wider. Ein Viertel des Aspiag-Umsatzes wurde in den Despar-Geschäften gemacht. „Der Einzelhandel profitiert von unseren  Investitionen der vergangenen Jahre“, erklärte Robert Hillebrand, Aspiag-Direktor von Trentino-Südtirol. „Und wir werden weiterhin investieren. In Schenna beispielsweise eröffnet in der laufenden Woche ein 350 Quadratmeter großes Despar-Geschäft. In Girlan planen wir einen Neubau mit der Kaufleute-Familie Kostner, in Gais einen Umbau mit der Kaufleute-Familie Kronbichler. Weiters entstehen neue Läden in Graun im Vinschgau, im Zentrum von Trient, in Baselga di Piné sowie ein Eurospar in Bardolino.“

Trentino-Südtirol zählt insgesamt 152 Despar-Einzelhandelsgeschäfte, 40 Prozent davon machen jährlich einen Umsatz von über einer Million Euro (siehe dazu Grafik).

Grundsätzlich gelte: Überall dort, wo investiert wurde, konnte der Umsatz um über 20 Prozent gesteigert werden. „Erweiterung und die damit verbundene energetische Sanierung, etwa bei Klimatechnik, Beleuchtung und Außenisolierung, sind die großen Themen der nahen Zukunft“, sagte Hillebrand. „Und: Die Unternehmer legen zwar Wert darauf, mit unserer Marke Handel zu betreiben. Sie gestalten aber ihre Geschäfte ganz individuell und folgen dem Trend zum Lokalen.“

28 Prozent der Einzelhändler von Trentino-Südtirol haben das 60. Lebensjahr bereits vollendet. „Wir versuchen gemeinsam mit diesen Kaufleuten die Nachfolge zu regeln“, erklärt Robert Hillebrand. „Besteht ein betriebsinternes Interesse, etwa durch die Kinder, nehmen wir sie in unsere Ausbildungsprogramme in Italien oder im Mutterhaus in Österreich auf. Ist kein Nachfolger in Sicht, kümmern wir uns darum, einen Jungunternehmer zu suchen, der das Lebenswerk dieser Menschen weitergeführt.“ Für 86 Prozent der Despar-Geschäfte findet sich eine familieninterne Lösung, für 14 Prozent kümmert sich Despar um den Nachfolger.

Rudolf Staudinger

  • 1984 bis 2000 Geschäftsführer der SPAR Oberösterreich,
  • seit Oktober 2000 Geschäftsführer ASPIAG Italien,
  • seit  Jänner 2003 Vorstand der SPAR Österreichischen Warenhandels-AG (seit  April 2011 SPAR Holding AG zuständig für das Auslandsgeschäft),
  • seit  Februar 2010 Mitglied des Verwaltungsrates der ASPIAG Management AG,
  • seit 2. Mai 2014 Präsident des Verwaltungsrates der ASPIAG Management AG. 

stol