Dienstag, 07. April 2015

Deutschland lehnt Athens Milliarden-Forderung für NS-Verbrechen ab

Griechenland sitzt auf einem Schuldenberg von gut 300 Milliarden Euro, die Pleite naht. Die ersehnte Hilfe der Europartner lässt aber auf sich warten. Für neue Missstimmung in Berlin sorgen stattliche Reparationsforderungen für NS-Verbrechen.

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Deutschland lehnt neue Forderungen Griechenlands nach 278,7 Milliarden Euro als Wiedergutmachung für NS-Verbrechen ab. Vizekanzler Sigmar Gabriel sagte am Dienstag, die Reparationsfrage sei juristisch erledigt. Der SPD-Chef nannte es „dumm“, dies mit den Verhandlungen über Kredithilfen zu vermischen. Skeptisch bewerten die Europartner den Besuch von Ministerpräsident Alexis Tsipras an diesem Mittwoch in Moskau und warnten Athen, sich dem Kreml anzunähern.

Summe über zwei Jahre ausgerechnet

Die Summe von rund 280 Milliarden Euro haben Experten des griechischen Finanzministeriums und der Zentralbank über zwei Jahre ausgerechnet. Sie entspricht knapp den Ausgaben im aktuellen Bundeshaushalt.

Verlangt werden Entschädigungen für Kriegsverbrechen und -schäden sowie Ansprüche aus einer Zwangsanleihe, die 1942 die Bank von Griechenland der Deutschen Reichsbank geben musste.

Deutschland pocht dagegen auf ein Abkommen von 1960, nach dem Athen 115 Millionen Mark ausgezahlt wurden. Das Bundesfinanzministerium bekräftigte seine Position, rechtlich seien die Ansprüche abschließend abgegolten.

dpa

stol