Mittwoch, 06. Juni 2018

Digitales Marketing: Da ist Musik drin

Video-on-Demand, Online-Bilderalben und Audio-Streaming: Keine anderen Inhalte sind im Internet so gefragt wie die Multimedialen. So ist es nicht verwunderlich, dass Google nun auf Audiowerbung über seinen Doubleclick-Bid-Manager setzt. Damit können Werbetreibende nun ihre Zielgruppen auch mit Audio-Anzeigen über Musikdienste und Podcasts erreichen. Doch kommt jetzt der Audio-Boom?

Enormes Potenzial: Laut einer Umfrage des Statistik-Portals Statista sollen 2018 weltweit rund 1,2Milliarden Menschen Musikstreaming-Dienste nutzen. Bild: shutterstock
Enormes Potenzial: Laut einer Umfrage des Statistik-Portals Statista sollen 2018 weltweit rund 1,2Milliarden Menschen Musikstreaming-Dienste nutzen. Bild: shutterstock

Die Chance, ein großes Publikum zu erreichen

Laut einer Umfrage des Statistik-Portals Statista bietet Audio als Massenmedium Marken ein enormes Potenzial, um ein großes Publikum zu erreichen. Statista schätzt, dass 2018 rund 1,2 Milliarden Menschen weltweit Musikstreaming-Dienste nutzen. So verstärkt Google nun sein Programmatic Advertising - also automatisierte Werbung - und kann Audio-Ads verarbeiten.

Spotify vermarktet sein Audio-Inventar auch selbst

Werbetreibende können auf das Anzeigeninventar von den Streaming-Diensten wie Google Play Music, Spotify, Soundcloud und Tune-In zugreifen. Für den Anfang sollten Beiträge mit einer Länge von 15 und 30 Sekunden angeboten werden. Weitere Werbeformate werden sicherlich folgen, besonders wenn die Nachfrage der Werbetreibenden steigt.

Bemerkenswert ist dieser Schritt insbesondere im Zusammenhang mit Diensten wie Spotify, da diese ihr eigenes Werbegeschäft betreiben und ihr Inventar selbst vermarkten. Ob es für Unternehmen, die auf den verschiedenen Plattformen Werbung betreiben, interessanter und preislich attraktiver ist, über Spotify direkt oder eben per Doubleclick zu werben, wird sich in Zukunft zeigen.

Offenbar geht Google davon aus, dass die Agenturen und Unternehmen mittlerweile über ausreichend Werbemittel als Audio-Content verfügen. Doch dies ist ein Problem, das vor allem außerhalb der englischsprachigen Märkte, ähnlich wie vor ein paar Jahren mit der Videowerbung, besteht. Mediaplaner können nun zwar billig(er) Werbung machen, aber gerade im deutschsprachigen Markt fehlen immer noch die passenden Ressourcen dafür.

Audio-Kampagnen sollen nachziehen

Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, mehr in Gewichtung auf Streaming-Dienste als Podcasts zu legen. Da Podcasts für lange Zeit als "das nächste große Ding" galten, ist der Erfolg noch lange nicht so weit fortgeschritten, wie die Befürworter es sich wünschen würden. Dennoch könnte Audio-Werbung auch für die Podcast-Szene einen echten Schub bringen.

2018 soll das Jahr des Durchbruchs für die bisherige Testlauf-Disziplin Programmatic Audio werden. Unternehmen können mit der „neuen“ Werbeart nicht nur neue Kunden erreichen, sondern auch bestehenden Kunden immer wieder ins Ohr fallen. Bedenkt man nur, wie viele potentielle Kunden ihre Musik während einer Autofahrt streamen, wird schnell klar, dass die Konsumzeit um einiges höher ist, als die der Werbung am Anfang eines Video-Beitrags.

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stol