Donnerstag, 02. April 2015

Durchbruch im Atomstreit: Iran reduziert Uran-Anreicherung

Bei den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Lausanne hat es eine Einigung gegeben. Die fünf UN-Vetomächte plus Deutschland einigten sich mit Teheran in dem jahrelangen Streit auf die Eckpunkte einer politischen Rahmenvereinbarung.Teheran müsse seine Kapazität zur Uran-Anreicherung reduzieren.

Die Verhandlungen in Lausanne werden fortgesetzt.
Die Verhandlungen in Lausanne werden fortgesetzt. - Foto: © APA/Reuters

In den Atomverhandlungen mit dem Iran sind nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini und dem iranischen Außenminister Mohammad Javad Zarif die „Schlüssel-Parameter“ für ein endgültiges Abkommen vereinbart worden. Teheran müsse seine Kapazität zur Uran-Anreicherung reduzieren, für die Anlage Fordo bei Ghom werde gar kein spaltbares Material zugelassen.

Dies sagten Mogherini und Zarif am Donnerstagabend auf Englisch und Farsi vor Journalisten im schweizerischen Lausanne. Dem UN-Sicherheitsrat werde ein abschließendes Abkommen zur Billigung vorgelegt werden. Dieses soll bis Ende Juni vereinbart werden.

Um zwei Drittel zurückfahren

Iranischen Medienberichten zufolge muss der Zentrifugen-Bestand von 19.000 um gut zwei Drittel auf 6000 zurückgefahren werden. Demnach sollen in Fordo auch 1000 Zentrifugen verbleiben, diese sollten aber ausschließlich zu Forschungszwecken genutzt werden dürfen. Mit den Zentrifugen kann Uran angereichert werden – zur Energiegewinnung, aber auch für Atomwaffen.

Abkommen bis 30. Juni

Seit neun Tagen ringen die Unterhändler der USA, Chinas, Russlands, Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands und des Iran in Lausanne um ein Grundsatz-Abkommen. Die Frist dafür war eigentlich am Dienstag um Mitternacht abgelaufen.

Dem UN-Sicherheitsrat werde ein abschließendes Abkommen zur Billigung vorgelegt werden. Bis zum 30. Juni soll ein detailliertes Abkommen stehen.

Zwölf Jahre Atomstreit

US-Präsident Barack Obama sprach von einer "historischen Atom-Übereinkunft mit dem Iran".

In dem seit zwölf Jahren andauernden Streit geht es um den Versuch, dem Iran die Entwicklung von Atomwaffen unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms zu verwehren. Der Iran weist den Vorwurf zurück, nach Atomwaffen zu streben.

dpa

stol