Samstag, 26. Mai 2018

Dutzende Migranten in Griechenland in Lastwagen entdeckt

Nach der der weitgehenden Schließung der Balkanroute versuchen Schlepperbanden, Flüchtlinge und andere Migranten von Griechenland über Italien nach Mitteleuropa zu bringen. Im Anhänger eines Sattelschleppers seien in der Nähe der kleinen griechischen Grenzortschaft Soufli 91 Migranten entdeckt worden, teilte griechische Polizei am Samstag mit.

Im Anhänger eines Sattelschleppers seien in der Nähe der kleinen griechischen Grenzortschaft Soufli 91 Migranten entdeckt worden, teilte griechische Polizei am Samstag mit.
Im Anhänger eines Sattelschleppers seien in der Nähe der kleinen griechischen Grenzortschaft Soufli 91 Migranten entdeckt worden, teilte griechische Polizei am Samstag mit. - Foto: © LaPresse

Diese hatten zuvor den türkisch-griechischen Fluss Evros überquert und waren offensichtlich auf dem Weg zu einem der westgriechischen Häfen. Der 41-Jährige Fahrer des Lastwagens wurde festgenommen.

Die Schlepper nutzen damit zunehmend ältere Routen: Die westgriechischen Häfen von Patras und Igoumenitsa waren in den vergangenen 20 Jahren Drehscheiben der illegalen Migration auf der Route Türkei-Griechenland-Italien. Von dort laufen täglich mehrere Fähren zu den italienischen Häfen Brindisi, Bari, Ancona, Venedig und Triest aus. Die Balkanroute über Mazedonien und Serbien weiter nach Ungarn oder Kroatien war 2016 geschlossen worden.

Unterdessen haben nach wiederholten Massenschlägereien zwischen Migranten verschiedener Nationalitäten rund 300 Menschen, in ihrer Mehrheit Familien, das Flüchtlingslager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos verlassen. Sie protestierten damit gegen als unerträglich bezeichnete Zustände und eine langsame Bearbeitung ihrer Asylanträge.

Wie der staatliche Regionalsender (ERT-Nord-Ägäis) am Samstag weiter berichtete, versuchte die Polizei die Demonstranten daran zu hindern die Inselhauptstadt Mytilini zu erreichen. Am Vortag waren bei Zusammenstößen zwischen Migranten mindestens sechs Menschen verletzt worden, teilte das Krankenhaus der Insel mit.

Im größten Lager von Moria auf der Insel Lesbos, das für rund 3.000 Menschen ausgelegt ist, harren nach Angaben des Migrationsministeriums mehr als 7.300 Menschen aus. Insgesamt befinden sich im Raum der Inselhauptstadt Mytilini mit einer Bevölkerung von etwa 37.000 Menschen gut 9.300 Migranten.

apa/dpa

stol