Sonntag, 11. Januar 2015

Eine Million Menschen gedenken in Paris - Bildergalerie und Video

In Paris hat am Sonntag der große Gedenkmarsch für die Todesopfer der islamistischen Anschlagsserie begonnen.

Foto: © APA/EPA

Der Zug setzte sich am Nachmittag am Platz der Republik in Bewegung, ganz vorne liefen Familienangehörige der insgesamt 17 Opfer der islamischen Angriffe mit.

Hunderttausende Menschen strömten zu dem „Republikanischen Marsch“, darunter auch hochrangige Politiker aus rund 50 Ländern.

Viele Menschen in der Menge hielten Schilder mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie) hoch.

Mit diesem Bekenntnis demonstrieren zahllose Menschen in ganz Frankreich und weltweit seit Mittwoch für Toleranz, Demokratie und Meinungsfreiheit.

Mehr als zwei Millionen bei „Charlie“-Kundgebungen in Frankreich

Mehr als zwei Millionen Menschen haben am Sonntag in zahlreichen französischen Städten an Solidaritätsmärschen für die 17 Opfer der islamistischen Terroranschläge teilgenommen.

Weit über eine Million waren es nach Schätzungen der Organisatoren allein in Paris. Zahlen der Polizei lagen zunächst nicht vor.

Außerhalb der Hauptstadt gingen nach noch nicht abgeschlossenen Berechnungen mehr als eine Million Menschen gegen den Terror auf die Straße. 

Tausende erinnern in ganz Europa an Anschlagsopfer

Nicht nur in Frankreich ist am Sonntag der Opfer der islamistischen Anschlagsserie in Paris gedacht worden. Auch in Wien, Berlin, Madrid, London, Brüssel und vielen weiteren Großstädten solidarisierten sich tausende Menschen mit der attackierten Satirezeitung „Charlie Hebdo“ und den Todesopfern.

In Wien war ab 16.00 Uhr eine Kundgebung am Ballhausplatz geplant. Ihre Teilnahme haben u.a. Bundespräsident Heinz Fischer, Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) zugesagt. Angekündigt haben sich auch Vertreter sämtlicher Religionsgemeinschaften und der Parteien.

Vor der französischen Botschaft am Brandenburger Tor in Berlin kamen nach Veranstalterangaben am Nachmittag rund 5000 Demonstranten zusammen, um ihre Solidarität mit den Opfern zu zeigen.

In Madrid versammelten sich mehrere hundert Menschen an der Puerta del Sol. Viele von ihnen hielten Stifte und Plakate hoch und zogen nach mehreren Schweigeminuten zum Atocha-Bahnhof, wo sie sich einer Kundgebung muslimischer Verbände zur „Verurteilung aller Formen von Terrorismus“ anschlossen.

Am 11. März 2004 waren bei islamistischen Anschlägen auf vier Pendlerzüge mit Halt am Bahnhof Atocha 191 Menschen getötet worden. In Barcelona gab es eine Solidaritätskundgebung vor dem französischen Kulturinstitut.

In London sollte neben einer Kundgebung am Trafalgar Square am Nachmittag die Tower Bridge in den französischen Nationalfarben erstrahlen.

In Brüssel beteiligten sich nach Polizeiangaben mehr als 10.000 Menschen an einem „Marsch gegen den Hass und für die Meinungsfreiheit“.

In Griechenland versammelten sich insgesamt 1500 Demonstranten in Athen und Thessaloniki. Viele von ihnen hielten Schilder mit der Aufschrift „Ich bin Charlie“ auf Griechisch und Französisch hoch.

In den USA waren Schweigemärsche vor der französischen Botschaft in Washington und in New York geplant, in Kanada waren in Quebec, Montreal, Ottawa und Vancouver Demonstrationen angemeldet.

apa/afp

stol