Freitag, 17. April 2015

Equal Pay Day - Motto „Unbezahlte Arbeit in der Familie“

Am 17. April 2015 fand bereits zum 6. Mal der „Equal Pay Day – Tag der gerechten Entlohnung“ statt. Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen und das Frauenbüro machen gemeinsam mit 59 anderen Organisationen durch diesen südtirolweiten Aktionstag auf den Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern von durchschnittlich 17% aufmerksam und rufen alle auf, sich durch das Tragen der roten Taschen daran zu beteiligen.

Ein Mitgrund für die Lohnschere ist die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf, da Hausund Familienarbeit noch immer als Frauensache angesehen wird, deshalb steht der EPD heuer unter dem Motto: „Unbezahlte Arbeit in der Familie“. Dadurch soll ein Bewusstsein für dieses wichtige Thema geschaffen und Frauen bei der geschlechtergerechten Aufteilung der Haushaltsarbeit, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen usw. unterstützt werden. Eine Studie zur Hausarbeit, die vom AFI anhand von EUROSTAT-Daten erhoben wurde, zeigt, dass die italienischen Frauen im europaweiten Vergleich die meiste unbezahlte Arbeit leisten.

Mit 5 Stunden und 20 Minuten pro Tag arbeiten sie kostenlos 100 Minuten pro Tag mehr als die skandinavischen Frauen, welche traditionsgemäß am wenigsten Hausarbeit leisten und stark von ihren Männern unterstützt und entlastet werden. Auch in Südtirol ist die Rollenverteilung noch immer von traditionellen Mustern geprägt. Diese ungerechte Aufteilung wirkt sich negativ auf die Berufschancen der Frauen aus und bewirkt ein geringeres Einkommen und eine spärliche Rente. Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen hat deshalb einen Haushaltsplan erarbeitet, mit welchem die Anzahl der wöchentlich geleisteten unbezahlten Arbeit sichtbar gemacht und einfach überprüft werden kann, ob im Einzelfall eine geschlechtergerechte Aufteilung der Haushaltsarbeit, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, usw. erfolgt. „Eine ASTAT-Studie belegt, dass Hausarbeit auch in Südtirol als Frauenaufgabe angesehen wird. Ein Drittel der Südtiroler Männer hilft nicht einmal eine Stunde/Woche im Haushalt mit, ein Großteil nur bis zu 10 Stunden.

Die Forderung muss also lauten, dass auch hier eine gerechte Aufteilung erfolgt, denn, das ‚bisschen‘ Haushalt erledigt sich nicht von allein, geschweige die Erziehung der Kinder und Pflege der Angehörigen“ unterstreicht Landesrätin Martha Stocker. Auch Ulrike Oberhammer, Präsidentin des Landesbeirates, bekräftigt die Wichtigkeit, dieses traditionelle Rollenmuster aufzubrechen: „Die Männer sollen ihren Beitrag leisten und zu Hause mithelfen und - wieso nicht - auch eine Auszeit von der Arbeit nehmen, um sich um die Kinder zu kümmern. Die wenigen, die sich bisher getraut haben diesen Weg zu gehen, werden sich wahrscheinlich wie Exoten gefühlt haben, aber Veränderung beginnt in unseren Köpfen. Wir geben den Männern gerne die Hälfte des Haushaltes und die Hälfte der Verantwortung für die Erziehung und Pflege. Eine Veränderung in diesem Sinne wirkt sich im Endeffekt auf alle Familienmitglieder positiv aus!

Vizepräsidentin Franca Toffol fügt hinzu: „Lavoro pagato e lavoro non pagato sono due dimensioni che si intrecciano nella vita di ogni donna, e bastano gli ultimi dati forniti dall'Istat sull'occupazione femminile (42 mila posti di lavoro in meno nel febbraio 2015) e sulla diminuzione del tasso di natalità (passato dal 9,8 per mille abitanti nel 2008 all' 8,5 nel 2013) per dare la misura di quanto ci sia ancora da fare in termini di politiche economiche, sociali e culturali. Bisogna ridare un valore collettivo e visibile all'impegno quotidiano delle donne, che sia pagato o non pagato, e da lì ripartire.“ Am 17. April 2015 wurde an folgenden 28 Ständen Informationsmaterial ausgeteilt: Auer, Bozen (5), Branzoll, Brixen (3), Bruneck, Eppan, Girlan, Klausen, Lana, Leifers, Margreid, Meran (5), Neumarkt, Salurn, Sarnthein, St. Christina in Gröden, St. Pauls, Tramin. Eines der Highlights des heurigen Equal Pay Days fand von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr am Infostand am Bozner Musterplatz statt: der 1. Ironman-Contest, bei dem sich prominente Männer aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Sport ein Bügelduell liefern. Für die Politik sind angetreten: Landeshauptmannstellvertreter Christian Tommasini, Landesrat Philipp Achammer, Regionalassessor Sepp Noggler, Gert Zimmerhofer, Riccardo Dello Sbarba und Swen Knoll für die Wirtschaft: Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler, LVHPräsident Gert Lanz und HGV-Präsident Manfred Pinzger und für den Sport liefern sich Snowboarder Roland Fischnaller sowie die beiden Fussballer vom FC Südtirol Hannes Fischnaller und Engelbert Schaller einen Wettkampf. Die Sieger der jeweiligen Kategorie traten im Finale um den Titel „1. Südtiroler Ironman“ an. Der Sieger des Ironman war Roland Fischnaller, 2er wurde Manfred Pinzger, und 3er Riccardo Dello Sbarba.

Das Informationsmaterial, das an den Ständen verteilt wurde, sowie alle wissenwerten Informationen rund um den Aktionstag „Equal Pay Day“ sind auf der Homepage des Landesbeirates für Chancengleichheit und des Frauenbüros unter dem Link http://www.provinz.bz.it/chancengleichheit/themen/594.asp einsehbar.

Bei Fragen kann das Frauenbüro kontaktiert werden: Dantestr. 11, 39100 Bozen, Tel. 0471 41 69 50. Die mitwirkenden Organisationen sind: SVP-Frauenbewegung, Dachverband der kulturellen Frauenverbände, KVW-Frauen, UIL-SGK, Katholische Frauenbewegung, W-net-networking women, Frauen helfen Frauen Bozen, Grüne Frauen, Südtiroler Bäuerinnenorganisation, Frauen gegen Gewalt - Frauenhaus Meran, Plattform für Alleinerziehende, Alchemilla, Frauenstammtisch Gröden - Meisa turonda, Gleichstellungsrätin, L´Alto Adige nel cuore, Netzwerk Frauen-Arbeit, CGIL/AGB, Katholischer Familienverband Südtirol, Kommissionen und Komitees für Chancengleichheit der Gemeinden Bozen, Brixen, Klausen, Leifers, Kaltern, Auer, Neumarkt, Tramin, Sarntal, Margreid, Meran, Bruneck, Eppan, Prad, Frauenwerkstätte - HDS, Demokratische Partei, Donne Nissà, Frauenmuseum Meran, Frauenarchiv Bozen, AFI/IPL, BPW-Fidapa, Frauengruppe Lana, Cf Südtirol, Beirat für Chancengleichheit der Freien Universität Bozen, Pensplan, SGB-CISL, Handelskammer Bozen - Beirat für die Förderung des weiblichen Unternehmertums, ASGB, Jugendring Südtirol, Tagesmutterverein, Allianz für Familie, Caritas, Jugendzentrum Westcoast Kurtinig - Margreid - Kurtatsch, Rechtsanwaltskammer Bozen – Komitee für Chancengleichheit, Südtiroler Sanitätsbetrieb – Einheitliches Garantiekomitee für Chancengleichheit, die Aufwertung des Wohlbefindens der Bediensteten und gegen die Diskriminierungen, Verein EsIstZeit, Frauen helfen Frauen Meran, Italienischer Blinden- und Sehbehindertenverband Onlus Landesgruppe Südtirol, FIT SGBCISL – Frauenbewegung der Fachgewerkschaft im Transportwesen,Bildungsausschuss Branzoll, Architekturstiftung Südtirol.

stol