Dienstag, 02. August 2016

Erdogan stellt Beziehungen zu Italien offen in Frage

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich über die Ermittlungen wegen Geldwäsche verärgert gezeigt, die in Italien gegen seinen Sohn Bilal laufen.

Recep Tayyip Erdogan
Recep Tayyip Erdogan - Foto: © APA/AFP

„Die Ermittlungen gegen meinen Sohn in Bologna könnten unsere Beziehungen zu Italien gefährden, das sich eher um die Mafia kümmern sollte“, so Erdogan im Interview mit dem TV-Kanal RAI News 24 am Dienstag.

Ein Untersuchungsrichter in Bologna hatte vor zwei Wochen der Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer Verlängerung der Ermittlungen gegen Bilal Erdogan entsprochen. Die Staatsanwaltschaft begründete ihre Forderung mit der Tatsache, dass ein Teil der Untersuchung im Ausland geführt werden müsse, was längere Zeit beanspruche.

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Vater und Sohn: Recep Tayyip Erdogan und sein Sohn Bilal - Foto: EPA

 

Erdogan Junior, der an der Johns-Hopkins-Universität in Bologna ein Doktorat macht, das er aber 2007 unterbrochen hatte, soll illegal beträchtliche Summen aus seiner Heimat nach Italien eingeführt haben. Laut Uzan habe sich der junge Erdogan in Bologna aufgehalten, nicht um zu studieren, sondern um die illegalen Geschäfte der Familie zu organisieren. Der Vorwurf lautet auf Geldwäsche. Erdogan Junior hatte im März Bologna verlassen.

Erdogan attackiert auch Mogherini

Im Interview attackierte Erdogan die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, die das harte Vorgehen der türkischen Regierung nach dem gescheiterten Militärputsch kritisiert hatte. „Mogherini hätte nicht von außen aus sprechen sollen, sondern in die Türkei kommen sollen. Sollte das italienische Parlament bombardiert werden, wie würde die Italienerin Mogherini reagieren? Wäre sie wegen den Prozessen besorgt, die darauf folgen würden?“, fragte Erdogan.

apa

stol