Sonntag, 27. September 2015

Erdrutschsieg der FPÖ in Oberösterreich

Einen Erdrutschsieg hat die FPÖ bei der Landtagswahl in Oberösterreich eingefahren. Die Flüchtlingskrise hatte im Vorfeld des Urnengangs alle anderen Themen überlagert; die Wahl wurde deshalb als Stimmungstest für ganz Österreich gesehen.

FPÖ-Spitzenkandidat Manfred Haimbuchner und FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache in Feierlaune.
FPÖ-Spitzenkandidat Manfred Haimbuchner und FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache in Feierlaune. - Foto: © APA/EPA

Die Blauen konnten laut eHochrechnungen ihren Stimmenanteil von 15 auf über 30 Prozent mehr als verdoppeln. Die ÖVP verlor mehr als zehn Prozentpunkte und hält nur mehr bei 35 Prozent. Herbe Verluste setzte es auch für die SPÖ, sie fällt unter 20 Prozent und gibt mit rund 18,5 Prozent den Platz zwei an die FPÖ ab.

Die Grünen können sich laut der aktuellen Hochrechnung der „ARGE Wahlen“ von 9,2 auf zehn bis elf Prozent steigern. Schwarz-Grün ginge sich trotzdem nicht mehr aus. Die NEOS wären mit 3,5 Prozent am Einzug in den Landtag gescheitert.

"Historisches Ergebnis"

FPÖ-Landesparteisekretär Erwin Schreiner sprach in einer ersten Reaktion gegenüber der APA von einem historischen Ergebnis. Dass die Freiheitlichen in Oberösterreich eine derartige Zustimmung erfahren, „davon habe man nur zu träumen gewagt“. Das Thema Asyl habe den Blauen in die Hände gespielt, denn die FPÖ sei die einzige Partei, die dem Volk die Wahrheit gesagt habe, so Schreiner.

ÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer betonte, dass die ÖVP „mit deutlichem Abstand den ersten Platz verteidigt“ habe. Die heutige Wahl könne man mit dem Urnengang 2009 nicht vergleichen. Man stünde vor einem politischen Umbruch.

„Es ist eine schmerzliche Niederlage für SPÖ und ÖVP“

SPÖ-Landesgeschäftsführer Peter Binder war mehr oder minder sprachlos. „Es ist eine schmerzliche Niederlage für SPÖ und ÖVP.“ Man habe es nicht geschafft, einen Aufwärtstrend im Wahlkampf zustande zu bringen. Die NEOS zeigten sich trotz der negativen Prognosen zuversichtlich, dass sie den Einzug in den Landtag noch schaffen. Wahlkampfleiter Christoph Gruber glaubt, dass die Hochrechnungen zu pessimistisch sind und die NEOS in Linz „noch überraschen“ werden.

Laut Wahltagsbefragung von „Public Opinions Strategies“ von Peter Hajek war das Thema Asyl wie erwartet das Hauptmotiv der Wähler. Für 63 Prozent war diese Frage sehr oder eher wichtig. Unter den FPÖ-Wählern war diese Frage sogar für 83 Prozent von Bedeutung.

apa

stol