Sonntag, 20. März 2016

Exiltibeter schreiten zu den Urnen

Exiltibeter auf der ganzen Welt haben zum zweiten Mal ihr Parlament und ihren Premierminister gewählt. Die Regierung mit Sitz im nordindischen Dharamshala wird allerdings von keinem Land der Welt anerkannt. Die tibetische Hochebene gehört zu China, seit die Volksbefreiungsarmee dort 1950 einmarschierte.

Die Exiltibeter wählten sowohl das Parlament als auch den Premierminister.
Die Exiltibeter wählten sowohl das Parlament als auch den Premierminister. - Foto: © APA/AFP

Stimmberechtigt zur Wahl am Sonntag waren rund 85.000 Tibeter, die vor allem in Indien, Tibet und Bhutan leben, aber auch in den USA, Großbritannien, Deutschland und 40 weiteren Staaten.

Der Dalai Lama ist seit 2011 nur noch spirituelles, aber nicht mehr politische Oberhaupt der Tibeter. Die Abstimmung auf dem Subkontinent verlief nach Angaben von Beobachtern ohne Zwischenfälle.

Zur Premierministerwahl stellten sich der bisherige Amtsinhaber Lobsang Sangay und der langjährige Parlamentspräsident Penpa Tsering, wie ein Sprecher von der Wahlkommission erklärte. Beide unterstützen den Mittleren Weg des Dalai Lama, also größere Autonomie für Tibet statt Unabhängigkeit von China.

Der 47-jährige Sangay, der an der US-Eliteuniversität Harvard studierte, galt als Favorit. Die Ergebnisse sollen Ende April bekanntgegeben werden.

dpa

stol