Dienstag, 10. April 2018

Facebook-Chef Zuckerberg entschuldigt sich für Datenskandal

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will im Kongress um Entschuldigung für die Datenaffäre rund um sein Unternehmen bitten.

Mark Zuckerberg schrieb: "Es war mein Fehler. Es tut mir leid." - Foto: AFP
Mark Zuckerberg schrieb: "Es war mein Fehler. Es tut mir leid." - Foto: AFP

Das weltgrößte Soziale Netzwerk habe nicht genug getan, um Schaden abzuwenden, wie Zuckerberg am Montag in einem schriftlichen Schuldeingeständnis an den ständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses schrieb. Dies sei ein großer Fehler gewesen.

”Es war mein Fehler. Es tut mir leid. Ich habe Facebook gegründet, ich leite die Firma und ich bin verantwortlich für das, was hier passiert ist”, erklärt Zuckerberg in dem Schreiben.

Informationen von 87 Millionen Nutzern zweckwidrig weitergegeben

”Umfangreiche Investitionen in Sicherheit dürften die Profitabilität in nächster Zukunft” beeinträchtigen, warnte der Facebook-Chef dem Schriftstück zufolge. Das Unternehmen habe zusätzlich Personal in dem Bereich eingestellt. „Der Schutz unserer Gemeinschaft ist wichtiger als die Maximierung unserer Gewinne.”

Zuckerberg verantwortet sich am Dienstag erstmals im Datenskandal vor dem Kongress. Die Anhörung vor dem Justiz- und Handelsausschuss des Senats ist für den Abend (MESZ) geplant. Sie soll dazu dienen, mehr Licht in die Rolle Facebooks in der Affäre zu bringen. Firmenangaben zufolge könnten persönliche Informationen von bis zu 87 Millionen Nutzern an die britische Politikberatungsfirma Cambridge Analytica zweckwidrig weitergegeben worden sein, um den Wahlkampf von Präsident Donald Trump vor zwei Jahren zu unterstützen.

Seit Bekanntwerden des Skandals vor gut drei Wochen steht das weltgrößte Soziale Netzwerk in der Kritik. Unter anderen ermitteln die US-Verbraucherschutzbehörde FTC und die Generalstaatsanwälte von 37 US-Staaten in dem Fall. Am Mittwoch wird Zuckerberg auch noch dem Handelsausschuss des Repräsentantenhauses Rede und Antwort stehen.

News Feed soll Nutzer informieren, ob ihre Informationen abgegriffen wurden

Ab Montag wollte Facebook alle Nutzer, deren Informationen abgegriffen wurden, über ihren zentralen News Feed in Kenntnis setzen. Dort sollte ein entsprechender Hinweis angezeigt werden. Darüber hinaus hat das Unternehmen aus Menlo Park versprochen, künftig für mehr Transparenz zu sorgen und den Datenschutz seiner mehr als zwei Milliarden Nutzer zu verbessern. In Österreich sind laut Facebook 33.568 User potenziell von dem Datenskandal betroffenen.

Der Internetkonzern steckt in der bisher schwersten Krise seiner 14-jährigen Geschichte - und für seinen 33-jährigen Gründer wird die zweitägige Befragung durch mehrere US-Kongressausschüsse der wohl schwierigste Moment seiner bisher steilen Karriere. Zuckerberg kämpft um die Reputation und weiteren Entwicklungsperspektiven des Internetgiganten. Zuckerberg bemüht sich seit mehr als zwei Wochen mit Entschuldigungen und Reformversprechen um Schadensbegrenzung. Der Skandal gefährdet potenziell das Geschäftsmodell von Facebook, das auf der massiven Sammlung von Daten über seine Nutzer beruht.

”Es wird einige Zeit brauchen, um all die Veränderungen abzuarbeiten, die wir vornehmen müssen, aber ich bin dem Ziel verpflichtet, es hinzubekommen”, heißt es in der Erklärung, die Zuckerberg am Mittwoch im Handelsausschuss des Repräsentantenhauses verlesen will und die das Gremium bereits am Montag veröffentlichte weiter.

apa/ag.

stol