Donnerstag, 11. Oktober 2018

Filmpremiere in Naturns: „Schuster auf die Stör“

Zahlreiche Interessierte fanden am Freitag, 05. Oktober, den Weg in den Bürgersaal zur Filmpremiere des Naturnser Amateurfilmers Leo Lanthaler. Der passionierte Filme-Macher zeigte in seiner neuen Dokumentation das Leben des „Schusters auf die Stör“, den alten Brauch, wie dieses Handwerk vor noch gar nicht allzu langer Zeit ausgeübt wurde.

Mitwirkende des Dokumentarfilms. Foto: Manuela Trenkwalder
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Mitwirkende des Dokumentarfilms. Foto: Manuela Trenkwalder

Dokumentiert und gespielt wurde der Schuster von Hans Unterholzner, der sich seit rund 70 Jahren um das Schuhwerk seiner Mitmenschen kümmert. Auch im stolzen Alter von fast 90 Jahren denkt er noch lange nicht ans Aufhören.

Im Film wird er von seinem Sohn Norbert Unterholzner und seinem Enkel David begleitet. Man wird in die damalige Zeit versetzt, es wird das Leben des Störschusters aus nächster Nähe gezeigt, wie er zu Fuß zu einem abgelegenen Bergbauernhof (im Film Schnatzhof) zu jeder Jahreszeit findet, sein Werkzeug immer Huckepack dabei. Er verweilte einige Tage beim Bauern, baute die Werkstatt in der Stubenecke auf und nach und nach wurde ihm alles gebracht, was sein Handwerk aufrichten konnte. Schuhe wurden angepasst, neu besohlt, sowie Reparaturen am Gürtel vorgenommen. Man erfährt wie damals neue Schuhe in mühsamer Handarbeit Schritt für Schritt angefertigt wurden.

Der Störschuster wurde sozusagen für kurze Zeit als neues Familienmitglied aufgenommen, man betete gemeinsam, aß gemeinsam und die Stube wurde eigens eingeheizt. So konnten auch die neugierigen Kinder auf der warmen Ofenbank Platz finden und dem Schuster bei seiner Arbeit über die Schulter schauen. War die Arbeit getan, ging es zu Fuß weiter zum nächsten Hof.

Im Anschluss an den Film durfte das Publikum bei den „Hoppalas“ noch einmal laut lachen und zeigte seine Begeisterung, gegenüber dem Filme-Macher Leo Lanthaler und allen Mitwirkenden, mit einem kräftigen Applaus.

Hans Unterholzner wurde vom Kulturreferent Michael Ganthaler noch befragt und ebenso Zeitzeugen aus dem Publikum teilten ihre Erinnerungen. Hinterher blieb zudem Zeit für gute Gespräche bei einem Glas Wein und einer kleinen Marende. 

Text: Tanja Flarer, Naturns

stol