Samstag, 29. August 2015

Flüchtlingsdrama auf A4 – Gentiloni: „Ganz Europa betroffen“

Der italienische Außenminister Paolo Gentiloni glaubt, dass das Flüchtlingsdrama auf der A4 den Regierungschefs der EU klar gemacht hat, dass die massive Flüchtlingswelle ein gesamteuropäisches Problem sei.

Der italienische Außenminister, Paolo Genitloni, glaubt, dass das Flüchtlingsdrama im Burgenland den Kollegen in der EU vor Augen geführt hat, dass die Flüchtlingswelle ein gesamteuropäisches Problem ist.
Der italienische Außenminister, Paolo Genitloni, glaubt, dass das Flüchtlingsdrama im Burgenland den Kollegen in der EU vor Augen geführt hat, dass die Flüchtlingswelle ein gesamteuropäisches Problem ist. - Foto: © LaPresse

„Bis vor Kurzem war man noch überzeugt, dass die Flüchtlingskrise ein italienischer und griechischer Notstand sei. Jetzt gibt es das Bewusstsein, dass Problem ganz Europa betrifft“, so Gentiloni.

„In den letzten zwei Monaten hat sich das Bewusstsein auf beachtliche Weise gewandelt: Regierungen, die sich gegen das Prinzip der Verteilung der Flüchtlinge gewehrt hatten, wie Österreich und Slowenien, haben ihre Position geändert“, kommentierte der Außenminister im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ am Samstag.

Gentiloni: "25 Jahre alte Regeln ändern"

Der italienische Minister drängte auf eine Revision des Dubliner Abkommens. „Man muss die vor 25 Jahren entworfene Regeln ändern, indem schrittweise eine neue Logik eingeführt wird: Flüchtlinge landen nicht in Italien, Griechenland, Ungarn, oder wohin sie die Geografie, oder das Schicksal hinkommen lassen, sondern in Europa. Das bedeutet, dass ein in allen Ländern gültiges europäisches Asylrecht eingeführt werden muss“, betonte Gentiloni.

Auch die Abschiebung von Migranten ohne Asylrecht solle auf europäischer Ebene beschlossen werden. „Natürlich ist Ausgewogenheit bei der Verteilung der Flüchtlinge notwendig. Der Druck würde sich ansonsten von Ankunftsländern wie Italien und Griechenland auf Länder mit einem freigiebigeren Wohlfahrtsstaat wie Schweden und Deutschland verschieben“, erklärte der Außenminister.

Entschlossener gegen Menschenhandel vorgehen

Wichtig sei auch, Kanäle für die legale Einwanderung einzuführen, da Europa bestimmte Art von Arbeitskräfte benötige. Außerdem sei mehr Entschlossenheit im Kampf gegen den Menschenhandel notwendig, forderte der Minister.

apa

stol