Montag, 20. April 2015

Flüchtlingsdrama: Italien verschärft Offensive gegen Menschenhandel

Nach dem neuen Flüchtlingsdrama im Mittelmeer verschärft Italien die Offensive gegen den Menschenhandel.

Flüchtlinge im Mittelmeer
Flüchtlinge im Mittelmeer

Die Polizei von Palermo hat einen internationalen Schlepperring zerschlagen, der Hunderte Migranten nach Italien geschleust haben soll. 24 Personen aus Eritrea, Äthiopien, Ghana und Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) wurden festgenommen.

Laut der Polizei stützt sich die Schlepperorganisation auf ein Netz aus in Italien lebenden Afrikanern, die Migranten von Sizilien in andere EU-Länder, vor allem nach Deutschland, Norwegen und Schweden, schleusen.

Politiker machen kriminelle Schlepperbanden verantwortlich

Nach dem Flüchtlingsdrama im Mittelmeer sind zahlreiche europäische Politiker bemüht, die Verantwortung für die Tragödie vor allem bei kriminellen Schlepperbanden zu suchen. Das Problem sei nicht so sehr die Rettung der Flüchtlinge, die effizient sei, sondern die Schlepperbanden in Libyen, erklärte Italiens Premier Matteo Renzi am Sonntagabend in Italien. Nur indem man Schlepperbanden in Libyen ausmerze und die Flüchtlingsboote davon abhalte, in See zu stechen, könne man weitere Flüchtlingstragödien vorbeugen, so Renzi.

Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini betonte, die EU müsse verhindern, dass die Flüchtlingsboote abfahren. „Der Rettungseinsatz hat funktioniert, die Organisation war vorbildhaft.

Die EU sollte Italien danken, doch diese Tragödie bezeugt, dass man das Flüchtlingsproblem nur lösten kann, indem man die Abfahrt der Flüchtlingsboote verhindert“, sagte Mogherini im Interview mit der Turiner Tageszeitung „La Stampa“ (Montag-Ausgabe). Sie urgierte Investitionen und Solidarität bei der Aufnahme der Flüchtlinge

Nach Angaben der Küstenwache konnten nach dem Flüchtlingsunglück in libyschen Gewässern 28 Menschen gerettet und 24 Leichen geborgen werden. Hunderte Flüchtlinge werden noch vermisst. Das italienische Marineschiff „Gregoretti“ mit den 24 geborgenen Leichen ist Montag früh auf Malta eingetroffen.

apa

stol