Sonntag, 15. Januar 2017

Flüchtlingstragödie im Mittelmeer: Rund 100 Tote befürchtet

Bei einem Schiffbruch im Mittelmeer vor der libyschen Küste sind möglicherweise rund 100 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Rund 110 Migranten waren an Bord des Bootes, als es auf dem Weg nach Italien in Seenot geriet, vier Menschen haben den Angaben zufolge überlebt.

Bei einem Schiffsunglück im Mittelmeer verloren rund 100 Flüchtlinge ihr Leben.
Bei einem Schiffsunglück im Mittelmeer verloren rund 100 Flüchtlinge ihr Leben.

Die Nachrichtenagentur ANSA berichtete, dass acht Leichen geborgen worden seien. Die genaue Anzahl der Todesopfer war am Sonntag weiter unklar. Nähere Informationen zu dem Unglück gab es zunächst nicht.

Die Überlebenden haben laut ANSA berichtet, dass an Bord des Bootes 107 Menschen gewesen seien. Die Wetterbedingungen seien sehr schlecht gewesen, hieß es. Die Unglücksstelle lag nur 48 Kilometer vor der libyschen Küste.

Italienischen Medienberichten von Samstag zufolge wurden bei einer Rettungsaktion drei weitere Leichen in Schlauchbooten nahe der Insel Lampedusa gefunden. Drei Migranten – darunter eine schwangere Frau – mussten wegen Unterkühlung ins Krankenhaus geflogen werden, wie ANSA berichtete.

13 Tote in den ersten zehn Tagen des Jahres 2017

Der Internationalen Organisation für Migration zufolge starben in den ersten zehn Tagen des Jahres bereits 13 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer, 1.159 Flüchtlinge erreichten die Küsten.

Für 2016 verzeichneten die Hilfsorganisationen einen traurigen Rekord: 5.000 Menschen starben bei der gefährlichen Überfahrt nach Europa auf meist seeuntauglichen Booten.

apa/dpa 

stol