Samstag, 15. August 2015

Friedensgespräche für Südsudan vorerst geplatzt

Kurz vor dem Ablauf eines Ultimatums sind die Friedensgespräche für den Südsudan vorerst geplatzt. Die Konfliktparteien sollten eigentlich bis zu diesem Montag einen Friedensplan unterzeichnen.

Foto: © APA/EPA

Die Regierung in Juba habe am Freitag angekündigt, dass Präsident Salva Kiir nicht zu den Verhandlungen in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba reisen werde, berichtete die Zeitung „Sudan Tribune“.

Der erst 2011 unabhängig gewordene Südsudan versinkt in blutiger, größtenteils ethnisch motivierter Gewalt, seit im Dezember 2013 ein Machtkampf zwischen Kiir und seinem Ex-Vize Riek Machar eskalierte. Seit Anfang August diskutieren Vertreter beider Seiten einen neuen Friedensplan der Ostafrikanischen Staatengemeinschaft IGAD, in dem es vor allem um die künftige Machtaufteilung im Südsudan geht.

IGAD hatte den Konfliktparteien bis zum 17. August Zeit gegeben, eine Vereinbarung zu unterzeichnen. Andernfalls drohen Sanktionen, darunter ein Waffenembargo und Kontensperrungen.

Ein Minister begründete die Absage von Kiir damit, dass mehrere Rebellenkommandanten seinem Hauptrivalen Machar den Rücken gekehrt hätten. Die Rebellen-Generäle hatten vor wenigen Tagen mitgeteilt, sie hätten das Vertrauen in Machar verloren.. „Wenn der Präsident nach Addis Abeba reist, dann muss er wissen, wen er dort treffen wird und mit wem er verhandelt“, sagte Minister Martin Elia Lomoro. Es sei derzeit unklar, ob Machar überhaupt noch der Anführer der Rebellen sei.

apa/dpa

stol