Donnerstag, 16. Juli 2015

Gefährliche Offenheit

„Toll hier am Strand. Wir bleiben noch zwei Wochen!“ Manche Informationen auf Facebook oder Twitter dürften nicht nur für enge Freunde interessant sein. Manchmal lesen auch Menschen mit, die kriminelle Absichten haben.

Wer auf Facebook oder in anderen sozialen Medien ankündigt, in den Urlaub zu fahren, verrät das oft nicht nur seinen guten Freunden.  dpa-Foto: Franziska Gabbert
Wer auf Facebook oder in anderen sozialen Medien ankündigt, in den Urlaub zu fahren, verrät das oft nicht nur seinen guten Freunden. dpa-Foto: Franziska Gabbert

„Ich bin dann mal weg“: Wer vor einer Reise seine Abwesenheit in sozialen Netzwerken kundtut, sollte genau darauf achten, wer das sehen kann. Denn auch Einbrecher sind auf Facebook, Twitter und Co. unterwegs, warnt Wolfgang Balders von der Kriminalprävention der Kölner Polizei. Urlauber sollten deswegen möglichst wenig Details über ihre Abwesenheit bekanntgeben. „Daten und Ortsangaben gehören nicht ins Internet“, warnt der Experte. Auch bei Fotos sei Vorsicht geboten: „Ist darauf die ganze Familie zu sehen, können sich Einbrecher sicher sein, dass das Haus verlassen ist.“

Bei Facebook kann eingestellt werden, wer die Fotos sehen kann - bei Twitter und Instagram geht das hingegen nicht. Dort sei deswegen besondere Vorsicht geboten. Generell rät der Experte, Urlaubsfotos besser erst nach der Reise zu veröffentlichen - wenn potenzielle Einbrecher dadurch nicht mehr auf die Abwesenheit aufmerksam werden können. Darauf sollten auch die Kinder hingewiesen werden.

Nicht vergessen sollten Urlauber Anrufbeantworter und E-Mail-Account: „Wer dort eine Abwesenheitsnotiz einstellt, zeigt, dass er länger nicht zuhause ist“, sagt Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Auch der WhatsApp-Status kann Informationen enthalten, die nicht jeder sehen sollte. „Niemand kann wissen, wer die eigene Nummer abgespeichert hat“, warnt Schmidt.

Vorsicht in den Social Media ist aber nur das eine. Mindestens genauso wichtig sei, dass das Haus einen möglichst belebten Eindruck macht. Der Nachbar spielt dabei eine wichtige Rolle: „Er sollte zum Beispiel Rollläden zur gewohnten Zeit bedienen und tagsüber oben lassen“, sagt Wolfgang Balders. Rasen, der seit Wochen nicht gemäht wurde, wirkt verdächtig, ebenso ein überfüllter Briefkasten. Das lockt dann auch die Einbrecher kann, die noch keinen Facebook-Account haben.

dpa/tmn

stol