Freitag, 03. Februar 2017

Gentiloni: "Wunder kann man nicht vollbringen"

Der italienische Regierungschef Paolo Gentiloni hat Hoffnungen auf eine rasche Lösung der Flüchtlingskrise auf dem Mittelmeer gedämpft.

„Wir sind uns alle der Schwierigkeiten in Libyen bewusst, aber das ist kein Grund, gar nichts zu machen“, sagte Gentiloni. - Foto: LaPresse/Palazzo Chigi/Tiberio Barchielli
„Wir sind uns alle der Schwierigkeiten in Libyen bewusst, aber das ist kein Grund, gar nichts zu machen“, sagte Gentiloni. - Foto: LaPresse/Palazzo Chigi/Tiberio Barchielli

Italien habe zwar ein Abkommen mit der libyschen Einheitsregierung zum Kampf gegen illegale Einwanderung geschlossen, aber „man kann nicht erwarten, dass sich die Situation auf einmal ändert“, sagte Gentiloni am Freitag am Rande des EU-Gipfels in der maltesischen Hauptstadt Valletta.

„Natürlich hoffen wir, dass es Ergebnisse geben wird, aber Wunder kann man nicht vollbringen.“ Die bilaterale Vereinbarung mit der libyschen Einheitsregierung, die allerdings nur einen Bruchteil des Bürgerkriegslandes kontrolliert, sei nicht zu vergleichen mit dem EU-Türkei-Abkommen, nach dem Flüchtlinge aus Griechenland wieder zurück in die Türkei geschickt werden.

Auf Malta hatten die Staats- und Regierungschefs einen Zehn-Punkte-Plan beschlossen, um Migranten davon abzuhalten, über das Mittelmeer in Richtung Europa aufzubrechen. Zentraler Punkt ist eine engere Zusammenarbeit mit den Behörden in Libyen. „Wir sind uns alle der Schwierigkeiten in Libyen bewusst, aber das ist kein Grund, gar nichts zu machen“, sagte Gentiloni.

apa/dpa

stol