Mittwoch, 24. Oktober 2018

ISS-Aufenthalt verändert das Gehirn nicht nur kurzfristig

Aufenthalte im Weltraum verändern das Gehirn von Astronauten nicht nur kurzfristig. Das haben Mediziner der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München herausgefunden. Auch ein halbes Jahr nach der Rückkehr von Langzeit-Missionen im All gibt es demnach noch „großflächige Volumenänderungen“, wie die Universität am Mittwoch mitteilte.

ISS.
ISS. - Foto: © shutterstock

Die Forscher beobachteten bei den Raumfahrern auch noch rund sieben Monate nach deren Rückkehr zur Erde ein geringeres Volumen der sogenannten grauen Substanz. Das ist der Teil des Großhirns, der hauptsächlich Nervenzellen enthält. Scans zeigten, dass sich der mit Nervenwasser (fachsprachlich Liquor) gefüllte Raum im Großhirn dagegen ausgeweitet hatte. Ob die Veränderungen für das Denkvermögen der Raumfahrer relevant sind, ist nach Forscherangaben noch unklar.

Der Münchner Mediziner Peter zu Eulenburg hatte gemeinsam mit Forschern aus Belgien und Russland, zwischen 2014 und 2018 zehn Raumfahrer untersucht, die im Schnitt 189 Tage auf der internationalen Raumstation ISS verbracht hatten. Vor ihrem Abflug und nach ihrer Rückkehr zur Erde wurden Scans durchgeführt; bei sieben von ihnen rund sieben Monate später noch einmal. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im „New England Journal of Medicine“.

dpa

stol