Donnerstag, 06. Oktober 2016

Krebs: Jedes Jahr erkranken über 3000 Menschen in Südtirol

27.000 Menschen in Südtirol leiden aktuell an einer Tumorerkrankung. Pro Jahr kommen 3.350 Patienten dazu. Und 1.350 Betroffene verlieren pro Jahr ihren Kampf gegen den Krebs. Die Krankheit ist allgegenwärtig.

Sorgenvoller Besuch beim Arzt: Jährlich erhalten über 3000 Südtiroler die Diagnose Krebs.
Sorgenvoller Besuch beim Arzt: Jährlich erhalten über 3000 Südtiroler die Diagnose Krebs. - Foto: © shutterstock

Krebs ist, nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zweithäufigste Todesursache in Südtirol. Männer erkranken besonders häufig an Prostata-Krebs (22,7 Prozent), gefolgt vom Kolon-Rektum-Karzinom (12.2 Prozent) und dem Lungenkrebs (5,2 Prozent). Frauen hingegen leiden am häufigsten an Brustkrebs (25,2 Prozent), gefolgt vom Kolon-Rektum-Karzinom (11,7 Prozent) und dem Lungenkrebs (9,9 Prozent).

Die bestmögliche Betreuung anzubieten, ist Aufgabe des öffentlichen Gesundheitssystems. 2013 hat die Landesregierung das sogenannte „Zertifizierungsmodell für die Tumorchirurgie“ verabschiedet. Kerngedanke davon: Tumor-Behandlungen werden nicht mehr in allen, sondern nur noch in spezialisierten Zentren abgehalten. Am Donnerstag erstatteten Landesrätin Martha Stocker und zahlreiche Experten über den aktuellen Stand der onkologischen Zertifizierung in Südtirol im Landtag Bericht.

Der wissenschaftliche Leiter des Europäischen Tumorinstitutes in Mailand Fausto Chiesa betonte: „Die Zertifizierung ist keine Prüfung, sondern vielmehr ein Moment der Reflexion, bei dem Exzellenzen ausgewiesen und Handlungsfelder ausfindig gemacht werden.“

Wohnortnahe Betreuung für Krebspatienten

Über den aktuellen Stand der Dinge seit dem Beginn des Projektes im Jahr 2014 und die nächsten Schritte gab der Verantwortliche des Südtiroler Sanitätsbetriebes Luca Armanaschi Auskunft. Er unterstrich dabei insbesondere die Maßnahmen für eine möglichst wohnortnahe Therapie etwa durch die onkologischen Tageskliniken in Brixen und Bruneck sowie den Ausbau der Radiotherapie in Südtirol.

Im Sinne einer Qualitätssteigerung sei in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter investiert sowie eine Mindestzahl von Eingriffen und Behandlungen definiert worden: 47 Chirurgen, 10 Radiologen, 27 Röntgentechniker, 23 Endoskopisten und 6 ausgebildete Pflegekräfte konnten dabei als für ihren Bereich hoch spezialisierte Fachkräfte ausgewiesen werden.

Keine Visiten mehr bei Dr. Google

Der Sanitätsbetrieb arbeitet aktuell an einem Krebsinfoportal. Dort erhalten betroffene Patienten, ihre Angehörigen und Interessierte verlässliche Informationen zu Diagnose, Behandlung und Therapie, Ernährung und Vorsorge. "Das Informationsportal ist ein erster Schritt für die Kommunikation mit Krebspatienten und ihren Familien, die sich zukünftig die Informationen nicht mehr von Dr. Google holen müssen", so Armanaschi.

stol