Donnerstag, 30. August 2018

Gletschererlebnis im Schnalstal

In 6 Minuten überwindet die Schnalstaler Gletscherbahn über tausend Höhenmeter. Die 1975 erbaute und fortlaufend modernisierte Gletscher-Seilbahn führt von Kurzras (2011 Meter) Hochjochferner. Die Bergstation liegt unmittelbar am höchst gelegenen Hotel Europas, dem „Glacier Hotel Grawand" auf 3212 Metern Höhe.

Die Grawand Spitze. - Foto: Tourismusverein Schnalstal/Peter Santer
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Die Grawand Spitze. - Foto: Tourismusverein Schnalstal/Peter Santer

Der grandiose Rundblick von der Panorama-Terrasse des „Glacier Hotels Grawand“ reicht von den Ötztaler Alpen bis zu den Stubaier-Alpen, von der Brenta-Gruppe im Trentino bis zu König Ortler auf 3.905 Metern Höhe und weiter bis zu den Bergriesen im Engadin in der Schweiz. Tipp: An der Bar und im Restaurant des „Glacier Hotels Grawand“ gibt es Getränke, kalte und warme Küche.

Der Panorama-Ausblick. - Foto: Tourismusverein Schnalstal/Peter Santer

Über den Gletscher schweben

Direkt vom „Glacier Hotel Grawand“ führt ein Sessellift bequem in 10 Minuten über den Gletscher - bis zum „Ötzi Biwak“ (im Sommer geschlossen). Zu genießen ist eine tolle Aussicht auf den sommerlichen Gletscher, der an besonders delikaten Stellen mit einem großen weißen Vlies gegen die Sonneneinstrahlung geschützt wird - die bedeckte Fläche beläuft auf 30.000 Quadratmeter.

Ausflug in den Schnee

Vom „Ötzi Biwak“ führt ein flacher, völlig ungefährlicher und auch für Familien bestens geeigneter Weg am Fuß des Gletschers in den Schnee. Im Sommer ist das ein echt cooles Erlebnis! Rückweg: mit dem Sessellift zurück zum „Glacier Hotel Grawand“ und mit der Gletscherbahn wieder ins Tal. Als Alternative dazu: Abstieg zu Fuß bis zur Schutzhütte „Schöne Aussicht“ mit einer Gehzeit von 55 Minuten und zu Fuß weiter ins Tal bis Kurzras bei einer Gehzeit von knappen 2 Stunden.

Die Schneelandschaft. - Foto: Tourismusverein Schnalstal/Peter Santer

Am Gletschersee

Der Abstieg zum Gletschersee beginnt beim „Ötzi-Biwak“. In 35 Minuten erreicht man jene Senke, in der sich das Schmelzwasser sammelt. Von dort fließt das Wasser über den Schnalser Bach und die Etsch bis in die Adria. Vom Gletschersee führt ein Weg bis zur Schutzhütte „Schöne Aussicht“ in 20 Minuten. Von dort wiederum führt der von Vent in Nordtirol kommende archäologische Fern-Wanderweg (A 3) auf dem Pfad der „Transhumanz“ bis hinunter nach Kurzras. (Gehzeit: knappe 2 Stunden).

„Transhumanz“ bedeutet Fernweide: Seit mindestens 600 Jahren wandern mehr als tausend Schafe im Mai über den Gletscher zur Weide nach Nordtirol und im September wieder zurück. Die UNESCO hat den Zug der Schafe ins Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Grenz-Wanderung

Den atemberaubenden Himmelspfad auf dem Panoramagrat der „Grauen Wand“ entlang marschierend (von der Bergstation in zirka 20 Minuten) können Wanderer eine spektakuläre Aussicht auf die umliegenden, fast 4.000 Meter hohen Berggipfel des Alpenhauptkammes genießen. Sie blicken dabei auf die Staatsgrenze (mit dem alten Zollhaus, das heute ein exklusives Chalet ist) und die Wasserscheide zwischen Italien und Österreich. Gut nachvollziehbar ist Ötzis letzter Weg vor mehr als 5.300 Jahren. Die berühmteste Mumie der Welt wurde hier am 19.9.1991 per Zufall entdeckt.

Ihr Gipfelsieg

Wer einen echten Dreitausender bezwingen will, erreicht nach einem Aufstieg von knapp 10 Minuten ab der Bergstation der Gletscherbahn den Gipfel der Grawand auf 3.251 m. Der Weg ist trittsicheren, schwindelfreien Personen vorbehalten. Er ist zwar teilweise mit Stufen versehen und gesichert, jedoch ausgesetzt. Der Eintrag ins Gipfelbuch unter dem großen, weitum sichtbaren Gipfelkreuz und ein fantastischer Panoramablick belohnen die Mühen des Aufstiegs.

Ein echter Dreitausender. - Foto: Tourismusverein Schnalstal/Peter Santer

Auf den Spuren des Fürsten

Unterwegs von der Bergstation Grawand zum Finail-Joch entlang des Alpenhauptkamms auf einem hochalpinen Steig mit gesicherten Klettersteig-Passagen. ACHTUNG! Nur mit Ausrüstung und für geübte Bergsteiger – Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich! Rückweg über denselben Weg oder Abstieg über den Erzherzog-Friedrich-Weg zum Finail-See und Finail-Hof (Möglichkeit zur Einkehr), und von dort zurück nach Kurzras. Gehzeit: rund 4 Stunden.

stol

stol