Freitag, 08. September 2017

„Hitler-Glocke“ lädt nicht mehr zum Gottesdienst ein

Die „Hitler-Glocke“ von Herxheim soll künftig nicht mehr den Gottesdienst ankündigen.

Die Glocke von Herxheim darf in Zukunft nicht mehr die Gottesdienste einläuten.
Die Glocke von Herxheim darf in Zukunft nicht mehr die Gottesdienste einläuten. - Foto: © APA/DPA

Das beschloss das Presbyterium der protestantischen Kirchengemeinde im rheinland-pfälzischen Herxheim am Berg. „Das Presbyterium möchte dadurch verhindern, dass rechtsradikale Kräfte angesprochen werden und dass das Geläut mit Glocke 3 zu einer Belastung für die Menschen wird“, hieß es in einer Stellungnahme, die die Evangelische Kirche der Pfalz am Freitag verbreitete.

Seit Monaten Diskussionen 

Um das 240 Kilo schwere Bronzegeläut mit Hakenkreuz und der Aufschrift „Alles fuer's Vaterland Adolf Hitler“ gibt es seit Monaten Diskussionen.

Indessen hat der zurückgetretene Bürgermeister von Herxheim am Berg, Ronald Becker, auch die Freien Wähler verlassen. Er habe seine Mitgliedschaft mit einem Schreiben vom 6. September beendet, teilte der Landesverband der Partei mit.

Kritik an zurückgetretenem Bürgermeister 

Der 54-Jährige war nach relativierenden Aussagen über die NS-Zeit und die seit 1934 in der Herxheimer Kirche hängende Glocke in die Kritik geraten. Die umstrittene Glocke gehört nicht der Kirche, sondern der Ortsgemeinde. Sie hängt zusammen mit 2 kirchlichen Glocken im Turm.

Bis auf Weiteres will die Kirchengemeinde nur noch mit diesen Klangkörpern zum Gottesdienst einladen.

dpa

stol