Sonntag, 17. Januar 2016

Ich habe Spaß, ganz sicher: Sicher, weil gut versichert

Der Präventionsgedanke ist oberstes Gebot der Sensibilisierungskampagne „Ich habe Spaß, GANZ SICHER“. Doch wer wirklich sicher auf der Piste sein will, sollte gut versichert unterwegs sein.

Kinder und Jugendliche sind in erhöhtem Maße Gefahren ausgesetzt – daher ist eine entsprechende Versicherung aller Familienmitglieder umso wichtiger.
Kinder und Jugendliche sind in erhöhtem Maße Gefahren ausgesetzt – daher ist eine entsprechende Versicherung aller Familienmitglieder umso wichtiger.

Worauf man bei der Versicherung ganz besonders Wert legen sollte, erklärt der Versicherungsbroker Jochen Pichler (i.B.) im Interview.

Ob auf der Piste oder im freien Gelände: Ein Ski- bzw. Snowboardunfall kann teuer werden. Worauf sollte man achten, um optimal versichert zu sein?

Jochen Pichler: Im Prinzip gilt dieser Sicherheitsgedanke ja für alle Freizeitaktivitäten in der freien Natur. Nachweislich gehören aber Ski- bzw. Snowboardunfälle zu den häufigsten Freizeitunfällen. Deshalb sind drei Versicherungen besonders empfehlenswert: So ist es mehr als ratsam, eine Unfallversicherung für alle Familienmitglieder abzuschließen. Denn die staatlichen Sozialleistungen sind im Falle einer Invalidität als Absicherung zu wenig.

Davon abgesehen ist aber auch eine private Haftpflichtversicherung ihr Geld wert. Nur so sind etwa jene Ansprüche abgedeckt, die nach einer verschuldeten Kollision das andere Unfallopfer erheben könnte. Denn ohne entsprechenden Schutz haftet man mit seinem eigenen Vermögen – und das kann tatsächlich teuer werden, wie Sie es zuvor formuliert haben. 

Als dritte Versicherung ist im Umkehrschluss wohl auch ein Rechtsschutz ratsam, oder?

P: Genau, diese Versicherung garantiert im jeweiligen Fall einen Anwalt, der die eigenen Ansprüche im Schadensfall verteidigt. 

Wie groß ist  bei Herrn und Frau Südtiroler mittlerweile das Bewusstsein, sich versichern zu lassen?

P: Wir Südtiroler gehen da einen Mittelweg, im italienweiten Vergleich können wir sogar von einem sehr hohen Bewusstseinsgrad sprechen. Im Vergleich zu Deutschland und Österreich ist aber noch Luft nach oben. Es gibt zwar keine genauen Statistiken, aber ich schätze, dass 60 bis 70 Prozent der Südtiroler über eine Unfall- und Privathaftpflichtversicherung verfügen.  

Bei Rechtsschutz ist der Durchdringungsgrad derzeit jedoch viel niedriger. 

Wie wichtig ist es, Kinder und Jugendliche zu versichern?

P: Sehr wichtig, gerade Kinder und Jugendliche haben ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Bei Haftpflicht und Rechtsschutz sind die Familienmitglieder übrigens automatisch mitversichert. Bei Unfallversicherungen hingegen ist dies nicht der Fall, das wird auch häufig von den Versicherungsnehmern vergessen. Hier gilt es unbedingt, sich entsprechend beraten zu lassen.

Welche besonderen Risiken sind mit einem Skiurlaub im Ausland verbunden?

P: Sofern man sich ins europäische Ausland begibt, sind die Risiken noch recht überschaubar. Verbringt man hingegen seinen Skiurlaub in Nordamerika, Russland oder anderen Ländern außerhalb Europas besteht das Risiko, dass nach einem Unfall oder aufgrund einer akuten Krankheit sehr kostspielige ärztliche Behandlungen oder sogar ein aufwändiger Rücktransport in die Heimat notwendig sind.

Ich empfehle deshalb generell den Abschluss einer guten Reiseversicherung. Bei einem Aufenthalt in außereuropäischen Ländern ist dieser unbedingt notwendig.

stol