Dienstag, 26. September 2017

Irans Parlament berät über Ergebnis des Kurden-Referendums

Nach dem umstrittenen kurdischen Unabhängigkeitsreferendum will das iranische Parlament am Mittwoch zusammenkommen, um über das Endergebnis zu beraten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA am Dienstag sollen auch hochrangige Vertreter des iranischen Sicherheitsrats an dem Treffen teilnehmen.

Irakische Kurden bei der Abgabe ihrer Stimme beim Unabhängigkeitsreferendum.
Irakische Kurden bei der Abgabe ihrer Stimme beim Unabhängigkeitsreferendum. - Foto: © LaPresse

Teheran geht von einer klaren Mehrheit der Kurden für die Unabhängigkeit aus. Erwartet wird, dass der Iran das Ergebnis nicht anerkennen wird.

Die Kurden im Nordirak hatten am Montag gegen scharfe internationale Kritik über ihre Unabhängigkeit abgestimmt. Nach ersten Ergebnissen zeichnete sich eine überwältigende Mehrheit für eine Abspaltung ab. Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi erklärte nach der Abstimmung, er werde das kurdische Unabhängigkeitsreferendum nicht anerkennen.

Die Nachbarn Türkei und Iran hatten die Kurden vor dem Referendum gewarnt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte mit einem Ende des kurdischen Ölexports und einer Militärintervention.

Spontane Straßenfeiern in kurdischen Städten im Iran

Medienangaben zufolge gab es wegen des Referendums am Montag spontane Straßenfeiern in mehreren kurdischen Städten im Iran. Die Feiern bekräftigten die Befürchtungen im Iran, dass die Unabhängigkeitsidee der Kurden im Nachbarland auch im Iran Schule machen könnte.

Nach Einschätzung von Beobachtern in Teheran, steckt der Iran beim Thema Kurdenreferendum in einer Art Zwickmühle. Einerseits sei das Land gegen das Referendum und unterstützt laut Präsident Hassan Rouhani „voll und ganz“ die Zentralregierung in Bagdad. Gleichzeitig aber wollen Rouhani und die politische Führung des Iran keine Eskalation der Krise, die dann auch zu Unruhen unter Kurden im eigenen Land führen könnte.

Daher forderte Rouhani auch von Bagdad „besonnen“ auf das Ergebnis des Referendums zu reagieren.

apa/dpa

stol