Sonntag, 31. Juli 2016

Italien prüft Auslandsfinanzierungen für Moscheen

Die italienische Regierung will die Finanzierungen prüfen, die islamische Kulturzentren und Moscheen aus dem Ausland beziehen.

Foto: © LaPresse

„Man muss kontrollieren, woher ausländische Finanzierungen für muslimische Zentren kommen. Wir wollen verhindern, dass diese Gelder zu illegalen Zwecken genutzt werden“, betonte Innenminister Angelino Alfano in einem Interview mit der Tageszeitung „Quotidiano Nazionale“.

Alfano bekräftigte in dem am Sonntag veröffentlichten Gespräch, dass sich die Regierung in Rom um engere Kontakte zur muslimischen Gemeinschaft in Italien zur Ausgrenzung von Fundamentalisten bemühe. Geplant ist auch ein Register der italienischen Imame.

Predigten nur mehr auf Italienisch

„Wir wollen, dass in den Moscheen in Italien Imame predigen, die die italienische Kultur und Italiens Gesetze kennen“, sagte Alfano.

Nur Imame, die sich an die nationalen Gesetze halten und die Integration fördern, sollen in das vom Innenministerium geführte Register eingetragen werden. Um künftig als Imam anerkannt zu werden, müssen islamische Prediger volljährig sein, ihren Wohnsitz in Italien haben, die italienische Sprache beherrschen, keine Probleme mit der Justiz haben und die „Prinzipien der Integration in die nationale italienische Gemeinschaft“ teilen.

Sie müssen sich zudem verpflichten, auf Italienisch zu predigen.

Italien will auch die Verbreitung von Fundamentalismus unter nordafrikanischen Häftlingen in den Gefängnissen des Landes bekämpfen. In den vergangenen Jahren sei das Phänomen der Radikalisierung vieler nordafrikanischer Häftlinge beobachtet worden, die in Strafanstalten mit fundamentalistischer Propaganda in Kontakt kämen, warnte Justizminister Andrea Orlando.

30 Personen seien in Italien wegen fundamentalistischen Terrorismus' inhaftiert, bei weiteren 300 Häftlingen bestehe die Gefahr einer Radikalisierung. „All diese Häftlinge werden genau beobachtet“, versicherte Orlando.

Die italienische Verteidigungsministerin Roberta Pinotti bestätigte Pläne der Regierung für eine stärkere Bewachung der Kirchen. „Wir werden mit Umsicht und auf diskrete Weise die Kontrollen verschärfen“, erklärte Pinotti im Interview mit der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“ am Sonntag.

Italien hat in den vergangenen Monaten seine Offensive gegen islamischen Fundamentalismus verschärft. Seit Anfang 2015 wurden laut dem Innenminister 102 Ausländer wegen radikal-islamischer Aktivitäten aus Italien ausgewiesen, darunter neun Imame.

apa

stol