Freitag, 24. Juni 2016

Italien will sich für neue EU-Perspektive einsetzen

Der italienische Außenminister Paolo Gentiloni hat sich wegen des Ausgangs des EU-Referendums in Großbritannien besorgt gezeigt.

Paolo Gentiloni warnt davor, sich von dem Brexit einschüchtern zu lassen.
Paolo Gentiloni warnt davor, sich von dem Brexit einschüchtern zu lassen. - Foto: © LaPresse

Er sprach von einem „gravierenden Beschluss des britischen Volkes“. „Italien hätte sich einen anderen Ausgang erhofft, doch der Beschluss ist gefallen“, sagte Gentiloni. Italien werde sich jedenfalls für eine „neue europäische Perspektive“ bemühen.

Jetzt solle Großbritannien aus der EU austreten. „Das Schlimmste wäre eine Phase der Unsicherheit“, sagte der Minister. Das Referendumsergebnis sei ein Signal, dass die EU erwachen müsse. „Jetzt besteht eine Pflicht zur Klarheit nicht nur gegenüber den Finanzmärkten, sondern gegenüber den europäischen Bürgern“, so Gentiloni.

Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Romano Prodi bezeichnete das Ergebnis des Referendums als Signal eines tiefen Unbehagens in Europa. „In Großbritannien besteht wie überall im Rest Europas eine Kluft zwischen Traditionsparteien und populistischen Kräften.

Großbritannien ist in dieser Hinsicht typisch, weil der Unterschied im Lebensstil und in den Zukunftsperspektiven zwischen London und dem Rest des Landes sehr groß ist. Wir haben politische Systeme, die den wahren Bedürfnissen der Menschen nicht entsprechen“, erklärte Prodi.

Italiens Ex-Präsident Giorgio Napolitano bezeichnete das Referendumsergebnis als „harten Schlag und großen destabilisierenden Faktor für Wirtschaft, Finanz und Politik“. Es sei ein großer Fehler gewesen, ein Referendum über Großbritanniens EU-Austritt zuzulassen, mit dem äußerst komplexe Fragen verbunden seien.

apa

stol