Montag, 18. September 2017

Italiens Innenminister dementiert Problem auf Lampedusa

Der italienische Innenminister Marco Minniti hat Probleme mit der öffentlichen Sicherheit auf Lampedusa wegen der Präsenz von 187 tunesischen Migranten im Hotspot der Insel dementiert. "Auf Lampedusa befinden sich 187 Migranten, eine der niedrigsten Zahlen in den letzten Jahren", sagte Minniti nach Medienangaben am Sonntagabend.

"Die Lage ist nicht außer Kontrolle", meinte Minniti - Foto: APA
"Die Lage ist nicht außer Kontrolle", meinte Minniti - Foto: APA

Minniti reagierte auf den Bürgermeister von Lampedusa, Salvatore Martello, der am Samstag einen Appell zur Schließung des Hotspots auf der süditalienischen Insel gerichtet hatte. Die Flüchtlingseinrichtung beherberge zurzeit Tunesier, die für Diebstähle, Drohungen und sexuelle Belästigung verantwortlich gemacht werden, klagte der Bürgermeister.

"Wenn der Bürgermeister mit mir darüber diskutieren will, wie man die Sicherheit auf der Insel besser garantieren kann, werde ich ihn treffen. Die Lage ist jedoch nicht außer Kontrolle", meinte Minniti.

"Die Cafes der Insel sind voller Tunesier, die sich betrinken und Frauen belästigen. Ich erhalte täglich Klagen Dutzender verängstigter Touristen. Hoteliers, Restaurant-Inhaber und Kaufleute haben Probleme und haben es satt", berichtete Martello. Diebstähle in den Geschäften seien an der Tagesordnung. Die Tunesier würden immer wieder Touristen belästigen. Martellos Vorgängerin Giusy Nicolini bestritt, dass die Lage auf der Insel dramatisch sei und beschuldigte den Mitte-rechts-Bürgermeister kleinere Probleme aus politischen Zwecken zu instrumentalisieren.

Inzwischen nehmen nach einer längeren Pause wieder Flüchtlingsankünfte zu. Am Wochenende landeten 500 Migranten auf Sizilien und in Apulien. Unter ihnen befanden sich mehrere Minderjährige. Im apulischen Otranto wurde ein 14 Meter langes türkisches Segelboot mit 72 Migranten an Bord konfisziert. Die beiden Schlepper, zwei Ukrainer, wurden festgenommen.

apa

stol