Mittwoch, 03. August 2016

Kampf gegen den IS: Italiens Bereitschaft wächst – die Angst auch

Seit Montag fliegen die USA Angriffe auf Stellungen des Islamischen Staates in Libyen. Italien könnte für diese Operation schon bald eine sehr gewichtige Rolle spielen.

Szenen aus Sirte: Die Hafenstadt am Mittelmeer wird vom IS kontrolliert.
Szenen aus Sirte: Die Hafenstadt am Mittelmeer wird vom IS kontrolliert. - Foto: © APA/AFP

Wie berichtet, hat das US-Militär am Montag damit begonnen, IS-Stellungen in Libyen anzugreifen. Die libysche Einheitsregierung hatte die Vereinigten Staaten darum gebeten. Vor allem Sirte, eine Hafenstadt direkt am Mittelmeer, ist von den Angriffen betroffen. Die 80.000-Einwohner-Stadt war 2015 vom IS eingenommen worden und gilt nun als Hochburg der Islamisten in Libyen.

Italien für größeres Engagement bereit

Italien beobachtet die US-Angriffe genau. Die USA betreiben mehrere Stützpunkte in Italien, darunter einen auf Sizilien. Der Luftwaffenstützpunkt in Sigonella war dieser Tage ins Visier der internationalen Politik geraten: Die US-Truppen könnten ihre Angriffe auf den IS in Libyen von Sizilien aus starten, war angeregt worden.

Zu diesem Vorhaben nahm Verteidigungsministerin Roberta Pinotti am Mittwoch Stellung: „Die Regierung ist bereit, eine Anfrage auf Nutzung der Stützpunkte und des italienischen Luftraums positiv zu bewerten, wenn dies einem schnelleren und wirksameren Abschluss der laufenden Operation dienlich ist“, erklärte sie. Italien, so betonte die Ministerin, habe den Kampf gegen den IS schon immer überzeugt unterstützt.

Die Angst vor Terror wächst

Im Staat mehren sich indessen die Ängste, dass Italien, durch ein stärkeres Engagement im Kampf gegen den IS, ins Visier der Islamisten rücken könnte. Am Mittwoch veröffentlichte eine terroristische Gruppe, die dem IS nahe stehen soll, ein Video, in dem Angriffe auf Israel und Rom angekündigt werden. Die Piazza Navona ist im Video zu sehen.

Italien verschärfte indessen seine Offensive zur Vorbeugung von Anschlägen. Die römische Polizei richtete rund um das Kolosseum, um den Petersplatz und entlang der Shopping-Meile Via del Corso Polizeisperren und zusätzliche Kontrollen ein.

stol

stol