Samstag, 19. September 2015

Kerry: Russland und USA haben im Kampf gegen IS die gleichen Ziele

US-Außenminister John Kerry hat bei einem Besuch in London die Gemeinsamkeiten seines Landes mit Russland im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) betont. „Wir haben die gleichen Ziele“, sagte Kerry dem britischen Fernsehsender Channel 4.

US-Außenminister John Kerry (im Bild) kündigte bei einem Besuch in London an, die Bemühungen der Vereinigten Staaten im Kampf gegen den IS zu verstärken.
US-Außenminister John Kerry (im Bild) kündigte bei einem Besuch in London an, die Bemühungen der Vereinigten Staaten im Kampf gegen den IS zu verstärken. - Foto: © APA/AP

„Der IS muss zerstört, komplett gestoppt werden“, sagte Kerry. Gemeinsame Gespräche mit Russland seien notwendig, um die militärischen Operationen gegen den IS, etwa in Syrien, zu koordinieren.

"Konversation ist notwendig"

Kerry kündigte an, die USA würden ihre Bemühungen im Kampf gegen den IS verstärken. „Und wir müssen sicherstellen, dass diese sich nicht überschneiden mit Russlands Bemühungen – es ist also offensichtlich, dass Konversation notwendig ist.“

Russland, das in Syrien das Regime von Machthaber Baschar al-Assad unterstützt, hatte gemeinsame Gespräche zur militärischen Strategie vorgeschlagen. Die USA gingen am Freitag darauf ein, als die Verteidigungsminister beider Länder, Sergej Schoigu und Ashton Carter, miteinander telefonierten.

Wurzeln des Problems anpacken

Die Situation der Flüchtlinge in Europa hat Kerry in London als „humanitäre Katastrophe“ bezeichnet. Er räumte ein, dass die Aufnahme von 10 000 syrischen Flüchtlingen in den USA nicht genug sei. „Wir schauen uns andere Optionen an, es ist dringend“, sagte Kerry.

Der US-Außenminister machte jedoch auch deutlich: „Man kann das nicht lösen, indem man einfach die Leute ins Land lässt.“ Es sei notwendig, die Wurzeln des Problems anzupacken. Die Beiträge einzelner Länder zur Lösung der Krise seien unterschiedlich.

Kerry hält sich zu einem dreitägigen Besuch in London (STOL hat berichtet) auf und wollte sich am Mittag zu Gesprächen mit seinem britischen Amtskollegen Philip Hammond treffen. Am Sonntag wird Kerry in Berlin erwartet.

dpa

stol