Sonntag, 13. November 2016

Kolumbien und FARC-Rebellen vereinbaren neuen Friedensvertrag

Die kolumbianische Regierung und die Rebellengruppe FARC haben sich nach der Ablehnung des ursprünglichen Friedensvertrags auf Änderungen geeinigt. Man habe den Text präzisiert sowie Vorschläge verschiedener gesellschaftlicher Gruppen aufgenommen, erklärten beide Seiten am Samstag nach Verhandlungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna.

Der kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos bereitet den nächsten Anlauf zum Frieden mit den FARC-Rebellen vor. - Archivbild
Der kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos bereitet den nächsten Anlauf zum Frieden mit den FARC-Rebellen vor. - Archivbild - Foto: © LaPresse

Die Wähler in Kolumbien hatten Anfang Oktober einen ersten Friedensvertrag mit hauchdünner Mehrheit abgelehnt. Daraufhin begannen neue Verhandlungen in Havanna.

Viele Kolumbianer um den früheren Präsidenten Alvaro Uribe sind der Ansicht, dass den FARC-Rebellen im ursprünglichen Abkommen zu viele Zugeständnisse gemacht worden seien, und lehnte ihn deswegen ab. Uribe fordert unter anderem eine Bestrafung jener FARC-Mitglieder, die sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hätten. Außerdem sollten sie von Wahlämtern ausgeschlossen werden.

"Frieden kann nicht länger warten"

„Wir rufen ganz Kolumbien und die internationale Gemeinschaft auf, diese Vereinbarung zu unterstützen“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der kolumbianischen Regierung und der FARC. „Frieden kann nicht länger warten.“ Uribe forderte Zeit, um das neue Abkommen zu prüfen. Seine Anhänger würden möglicherweise weitere Anpassungen fordern.

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat sich bereits mit Uribe getroffen, um ihn zu einer Zustimmung zum überarbeiteten Abkommen zu bewegen. Santos wird für seine Bemühungen, die Ende August nach vierjährigen Verhandlungen zum historischen Friedensschluss mit den FARC-Rebellen führten, mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Seit über 40 Jahren im Krieg

Die FARC-Guerilla hatte 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In den Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen wie das Nationale Befreiungsheer (ELN), rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt. In dem Konflikt sind mehr als 220.000 Menschen getötet worden.

apa/reuters/dpa/afp

stol