Montag, 16. März 2015

Korruptionsermittlungen erschüttern Italien

Vier Festnahmen und 47 Anzeigen ist die Bilanz einer von der Staatsanwaltschaft Florenz geführten Anti-Korruptionsermittlung in Zusammenhang mit öffentlichen Bauaufträgen.

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Die neue "Sistema" genannte Untersuchung, in deren Sog hochrangige Beamte und Unternehmer geraten sind, sorgt italienweit für Aufsehen. Die Verdächtigten werden beschuldigt, ein ausgedehntes Korruptionssystem aufgebaut zu haben, damit wurde der Betrag öffentlicher Bauabschlüsse um bis zu 40 Prozent aufgebläht.

Ins Visier der Ermittler sind Aufträge rund um den Bau der Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke in der Toskana und um die am 1. Mai beginnende Mailänder Weltexpo geraten. Die Staatsanwaltschaft vermutet auch, dass Schmiergelder rund um Abkommen für den Bau der Autobahnstrecke Civitavecchia-Orte-Mestre geflossen sein sollen.

Durchsucht wurden unter anderem die Sitze der Bahn-Infrastrukturgesellschaft RFI, der Straßenverwaltungsgesellschaft ANAS, sowie Büros des Konsortiums der Autobahn Mestre-Orte-Civitavecchia und der Hafenbehörde im Norden Sardiniens. Die Staatsanwälte nahmen Aufträge im Wert von 25 Milliarden Euro unter die Lupe, berichtete der Florentiner Oberstaatsanwalt Giuseppe Creazzo.

Zu den Schlüsselfiguren der Affäre zählen der seit Dezember pensionierte hochrangige Funktionär im Infrastrukturenministerium, Ercole Incalza, sowie die Unternehmer Stefano Perotti, Francesco Cavallo und Sandro Pacella. Alle vier wurden festgenommen.

mit

stol