Mittwoch, 01. April 2015

Krise in der Forza Italia: Berlusconi-Vertraute verlassen Partei

In Italiens konservativer Oppositionspartei Forza Italia um den langjährigen Premier Silvio Berlusconi hängt der Haussegen schief.

Sandro Bondi -  Archivbild
Sandro Bondi - Archivbild - Foto: © LaPresse

Ex-Kulturminister Sandro Bondi und seine Lebensgefährtin Manuela Repetti haben ihren Austritt aus der Forza-Italia-Fraktion im Senat angekündigt. Sie schließen sich jetzt der gemischten Fraktion an.

Bereits Anfang März hatten die beiden Senatoren den Austritt aus der Oppositionspartei signalisiert, jedoch nach einem klärenden Gespräch mit Parteigründer Berlusconi einen Rückzieher gemacht.

Nun sei ihr Beschluss unwiderruflich, versicherten die beiden Parlamentarier. Mit dem Austritt aus der Forza Italia protestierte das Paar gegen „Fehden“, die die Partei stark geschwächt hätten.

Interne Rivalitäten setzen Partei zu

„Die Forza Italia erlebt eine Krise ohnegleichen. Die Mitte-Rechts-Allianz hat ihre Orientierung vollkommen verloren“, hatte Repetti zuletzt in einem Schreiben an die Tageszeitung „Corriere della Sera“ unterstrichen.

Parteiinterne Rivalitäten würden die Partei zermürben. Ein unerbittlicher Streit um Berlusconis politisches Erbe sei in der Oppositionspartei im Gange.

Die „liberale Revolution“, die sich die Forza Italia als politisches Ziel gesetzt habe, sei gescheitert, die Gruppierung sei in eine tiefe Krise gestürzt.

Bondi und Repetto, die viele Jahre lang zu den treuesten Verbündeten des Medienunternehmers zählten, attackierten unter anderem Berlusconis neue Vertraute, die Parlamentarierin Maria Rosaria Rossi, die allein die Führungslinie der Partei bestimme und jegliche demokratische Debatte in der Gruppierung ausgeschaltet habe.

apa

stol