Donnerstag, 24. September 2015

Kroatien schließt Grenze für Serben

Kroatien hat seine Grenze für Serben geschlossen. Serbische Staatsbürger und in Serbien registrierte Autos würden bis auf Weiteres nicht mehr ins Land gelassen, sagte ein kroatischer Grenzpolizist einer Nachrichtenagentur.

Kroatien hat die Grenze für Serben sperren lassen.
Kroatien hat die Grenze für Serben sperren lassen. - Foto: © APA/EPA

Zuvor hatte Serbien im Streit im Umgang mit der Flüchtlingskrise seine Grenzen für kroatische Lkw und kroatische Güter geschlossen. Ungarns Premier Viktor Orban hatte seinerseits gedroht, die Grenze seines Landes zu Kroatien zu schließen.

 

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Serbien: Kroatiens Grenzsperre wie Rassengesetze

Die von Kroatien verhängte Grenzsperre für serbische Fahrzeug sorgt für wütende Reaktionen in Belgrad. Der serbische Außenminister Ivica Dacic verglich die kroatischen Maßnahmen am Donnerstag mit den Rassengesetzes des faschistischen Ustascha-Regimes in Kroatien während des Zweiten Weltkriegs.

„In ihrem diskriminierenden Charakter können sie (die Einreisesperren, Anm.) nur mit Maßnahmen verglichen werden, die in der Vergangenheit während der Zeit des unabhängigen faschistischen Kroatien, ergriffen wurden“, so Dacic in einer Erklärung am Donnerstag.

Der serbische Arbeitsminister Aleksandar Vulin bezeichnete die Maßnahme Kroatiens unterdessen als „Rassismus“. „Ich habe kein anderes Wort dafür“, sagte er laut Nachrichtenagentur Tanjug.

EU fordert offene Grenzen zwischen Serbien und Kroatien

Die geschlossene serbisch-kroatische Grenze hat die EU-Kommission auf den Plan gerufen. Eine Sprecherin der EU-Behörde sagte am Donnerstag, Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe die Außenbeauftragte Federica Mogherini und Erweiterungskommissar Johannes Hahn beauftragt, in der Causa mit beiden Ländern in Kontakt zu treten.

„Wir versuchen eine Lösung zu finden, um den Handelsverkehr wieder herzustellen“, sagte die Sprecherin weiter. Mogherini habe bereits öffentlich erklärt, dass eine Grenzschließung keine Lösung sei. Auch Hahn hatte am Mittwoch die Westbalkanstaaten dazu aufgerufen, die Grenzübergänge offen lassen.

Wenn Lkw nicht Grenzen passieren könnten, leide die Wirtschaft der Region darunter, sagte Hahn. „Das hat umgehend Auswirkungen auf die Wirtschaft der Region.“

apa/reuters

stol