Montag, 19. Juni 2017

Kurz fordert erneut Schließung der Mittelmeerroute

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat seine Forderung nach einer Schließung der Mittelmeerroute für Flüchtlinge gegen Kritik von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) verteidigt.

Sebastian Kurz hat erneut die Schließung der Mittelmeerroute gefordert.
Sebastian Kurz hat erneut die Schließung der Mittelmeerroute gefordert. - Foto: © APA

„Ich ich bin überzeugt davon, dass dies am Ende des Tages die Linie der Europäischen Union sein wird“, sagte Kurz am Montag in Luxemburg. Zuvor hatte er gesagt, in der Frage das Gespräch mit Kern suchen zu wollen.

„Alles andere führt zu immer mehr Menschen, die zu uns kommen, und vor allem zu immer mehr Toten“, so Kurz im Vorfeld des EU-Außenministertreffens. Natürlich brauche es politischen Willen. „Und natürlich muss man das europäische Asylsystem dramatisch verändern. Aber so wie es derzeit ist, kann es ja nicht weitergehen“, sagte der Außenminister.

Das Dublin-System, wonach der Staat der Erstankunft für Asylverfahren zuständig ist, gebe es nur auf dem Papier. „In Wahrheit stellt die Masse nicht ihren Asylantrag in Griechenland oder in Italien.“

Kurz ließ offen, wie sein Vorschlag konkret in die Praxis umsetzbar wäre. Österreich habe sich jedenfalls immer für Flüchtlingszentren außerhalb Europas ausgesprochen, damit die Rettung im Mittelmeer nicht verbunden sei mit dem Ticket nach Mitteleuropa.

„Solange die Menschen nach der Rettung nach Mitteleuropa weitergebracht werden, solange werden sich immer mehr Menschen auf den Weg machen, die Schlepper werden immer besser verdienen, und das schlimmste: Es werden immer mehr Menschen ertrinken“, bekräftigte der Außenminister seine bekannte Position.

apa

stol