Montag, 02. Juli 2018

„Lifeline”-Kapitän muss vor Gericht in Malta

Der deutsche Kapitän des Flüchtlings-Hilfsschiffes „Lifeline” soll am Montag einem Richter in Malta vorgeführt werden. Die Behörden werfen den Flüchtlingshelfern vor, sich bei der Rettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer behördlichen Anweisungen widersetzt und gegen internationales Recht verstoßen zu haben.

"Lifeline" durfte vor einigen Tagen in Malta anlegen Foto: APA (AFP)
"Lifeline" durfte vor einigen Tagen in Malta anlegen Foto: APA (AFP)

Seit Anlaufen des Schiffs in Malta war Kapitän Claus-Peter Reisch mehrmals von der Polizei vernommen worden. Er befindet sich auf freiem Fuß. Unklar sei, ob sich der Kapitän auch äußern wird, sagte sein Rechtsberater Neil Falzon.

Die „Lifeline” hatte in der vergangenen Woche vor der libyschen Küste 234 Flüchtlinge gerettet und war danach tagelang über das Mittelmeer geirrt, weil Italien und Malta dem Schiff zunächst ein Anlegen verweigert hatten. Das Schiff befindet sich nun in Gewahrsam von Maltas Polizei und darf das Land nicht verlassen. Die Hilfsorganisation Mission Lifeline bestreitet jegliches Fehlverhalten.

apa/ag./dpa

stol