Sonntag, 03. Dezember 2017

Linke schließt sich zusammen: Grasso übernimmt Führung

Die Linkskräfte links von der regierenden Demokratischen Partei (PD) um Ex-Premier Matteo Renzi rüsten sich für die Parlamentswahlen in Italien im Frühjahr. In Rom wurde am Sonntag die Wahlallianz aus den drei Linksgruppierungen MDP (Demokratische und Progressive Bewegung), Sinistra Italiana (Italienische Linke) und „Possibile“ (Möglich) vorgestellt.

Senatspräsident Pietro Grasso führt das neue Linksbündnis in die Parlamentswahlen.
Senatspräsident Pietro Grasso führt das neue Linksbündnis in die Parlamentswahlen. - Foto: © LaPresse

Das Bündnis schickt Senatspräsidenten Pietro Grasso als Spitzenkandidat der Wahlallianz ins Rennen, die „Liberi e uguali“ (Frei und gleich) heißen soll. Grasso war im Oktober im Streit mit Renzi aus dem PD ausgetreten. Er will sich vor allem Themen wie Förderung der Beschäftigung, soziale Gleichheit und Integration auf die Fahnen schreiben.

Mit dem neuen Wahlbündnis bekommt Renzi gefährliche Konkurrenz auf der linken Seite. Die MDP-Partei um Ex-PD-Chef Pierluigi Bersani war im Frühjahr aus dem Austritt mehrerer Schwergewichte der Renzi-Gruppierung gegründet worden. Diese hatten Renzi einen zu autoritären Führungsstil vorgeworden.

Die MDP bringt es laut Umfragen derzeit auf etwa vier Prozent. Diese Stimmen könnten sich für den PD als entscheidend erweisen, um die 40 Prozenthürde zu erreichen, die für die Übernahme der Regierung unbedingt notwendig ist. Die MDP-Partei hatte jedoch ein Angebot Renzis, ein Wahlbündnis aufzubauen, abgelehnt.

Eine Allianz seines MDP mit der Renzi-Partei sei „undenkbar“, sagte Bersani. Er kritisierte Renzis Absicht, als Spitzenkandidat eines Mitte-links-Blocks in die Parlamentswahlen zu ziehen. „Renzi ist ein Name der Vergangenheit, nicht der Zukunft“, sagte Bersanis „rechte Hand“, Roberto Speranza. Renzi sei dazu nicht bereit, seine wirtschaftsliberal orientierte Arbeitsmarktreform zu ändern, die dem MDP ein Dorn im Auge ist.

Parlamentswahlen sind wahrscheinlich im kommenden März in Italien zu erwarten. Ein Wahltermin steht noch nicht fest.

apa 

stol