Samstag, 28. Mai 2016

Linken-Fraktionschefin mit Torte attackiert

Die deutsche Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ist auf dem Linken-Parteitag in Magdeburg mit einer Torte beworfen worden. Zu der Aktion bekannte sich eine „Antifaschistische Initiative'“. Begründet wurde die Attacke in einem ausgeteilten Zettel mit Wagenknechts Position, dass nicht alle Flüchtlinge nach Deutschland kommen könnten.

Torten-Attacke auf Sahrah Wagenknecht. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Torten-Attacke auf Sahrah Wagenknecht. Foto: Hendrik Schmidt/dpa - Foto: © APA/DPA

Auf dem Linke-Parteitag in Magdeburg ist Bundestagsfraktionschefin Sahra Wagenknecht Opfer eines Tortenangriffs geworden. Die 46-Jährige bekam von einem jungen Mann am Samstag eine Torte mitten ins Gesicht geschleudert. Eine selbst ernannte „Antifaschistische Initiative“ begründete dies mit ihrem Kurs in der Flüchtlingspolitik. Die anderen Mitglieder der Linke-Führung nahmen Wagenknecht gegen die Vorwürfe in Schutz.

Wagenknecht wurde von der Attacke überrascht, als sie in der ersten Reihe Riexingers Eröffnungsrede zuhörte. Der Mann warf ihr die braune Cremetorte aus unmittelbarer Nähe mitten ins Gesicht. Kipping und Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch schirmten Wagenknecht umgehend ab. Bartsch begleitete sie dann aus der Halle. Wagenknecht fuhr zurück in ihr Hotel, wo sie sich umzog.

Täter aus dem "linken Spektrum" 

Nach Angaben einer Parteisprecherin wurde Anzeige gegen eine Frau und einen Mann erstattet. Der Sicherheitsdienst habe die Täter, die augenscheinlich aus „linken Strukturen“ stammten, vom Gelände verwiesen. Sie seien als Pressevertreter angemeldet gewesen. Zu der Attacke bekannte sich eine „Antifaschistische Initiative – Torten für Menschenfeinde“. Nach Angaben der Polizei wurde der mutmaßliche Tortenwerfer am Nachmittag noch vernommen.

Auf Flugblättern verglichen die Aktivisten Wagenknecht mit der AfD-Politikerin Beatrix von Storch, die im Februar ebenfalls mit einer Torte beworfen worden war. Zwischen der Alternative für Deutschland (AfD) und der Linken gebe es einen „nationalen Konsens“. Wagenknecht hatte Kritik auf sich gezogen mit der Position, nicht alle Flüchtlinge könnten nach Deutschland kommen.

apa/dpa

stol