Mittwoch, 15. April 2015

Lombardei und Veneto wollen keine Flüchtlinge mehr aufnehmen

Die Regionen Norditaliens wollen keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Während täglich tausende Migranten auf Sizilien landen, wehren sich die von der rechtspopulistischen Lega Nord regierten Lombardei und Veneto gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge.

Der Lega-Vorsitzende Matteo Salvini will keine neuen Flüchtlinge aufnehmen. - Archivbild
Der Lega-Vorsitzende Matteo Salvini will keine neuen Flüchtlinge aufnehmen. - Archivbild - Foto: © LaPresse

Die Asylantenheime im Veneto seien heillos überfüllt, sagte der Präsident der Region, Luca Zaia, Spitzenpolitiker der Lega Nord.

„Jetzt verlangt die Regierung, dass wir weitere 700 Migranten aufnehmen, doch wir haben keinen Platz mehr“, meinte Zaia. In seiner Region würden bereits eine halbe Million legale Migranten leben, 40 Prozent davon seien arbeitslos, betonte er.

Auch die Lombardei will von weiteren Flüchtlingen nichts wissen. Die Region Piemont muss weitere 700 Migranten unterbringen, seit Anfang 2014 sind bereits 7.000 Flüchtlinge in der Region eingetroffen.

Lega Nord-Chef Matteo Salvini sorgt mit seiner aggressiven Anti-Flüchtlings-Kampagne für einen Eklat. Der Lega-Vorsitzende rief die Bürgermeister und Präsidenten der Regionen auf, keine Migranten mehr aufzunehmen.

„Lega-Aktivisten sind bereit, Hotels, Schulen und Kasernen zu besetzen, die für angebliche Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden sollen, um neue Migrantenankünfte zu verhindern“, sagte Salvini.

apa

stol