Donnerstag, 11. Januar 2018

Macron drängt in Rom auf Revision des Dublin-Abkommens

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Donnerstag nach einem Treffen mit dem italienischen Premier Paolo Gentiloni zu einer Reform des Dubliner Asylsystems urgiert. Man müsse die Engpässe beheben, die wegen dieses Abkommens auf europäischer Ebene entstanden seien, meinte Macron bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gentiloni in Rom.

Emmanuel Macron
Emmanuel Macron - Foto: © LaPresse

Macron lobte Italiens Einsatz zur Reduzierung der Flüchtlingsankünfte in Europa im vergangenen Jahr. „Italien hat meinen ganzen Respekt für die geleistete Arbeit“, betonte Macron. Er begrüßte außerdem Italiens Bereitschaft zur Entsendung von Soldaten nach Niger. Italiens Engagement sei für Europas Flüchtlingspolitik und für die gemeinsame Sicherheit wichtig, sagte Macron.

Mit Italien werde er weiterhin zusammenarbeiten, um Europa geschlossener und demokratischer zu gestalten, sagte der französische Präsident. In der Welt wachse das Bedürfnis nach einem stärkeren Europa, das betreffe unter anderem Balkan und Mittelmeerraum. Gentiloni hob seinerseits die Notwendigkeit stärkerer Investitionen in Europa hervor. Dies sei wichtig, um mehr Wachstum und Beschäftigung zu fördern. „Das europäische Projekt muss die Vollendung der Währungsunion, Beschäftigung und Investitionen in den Vordergrund stellen“, so Gentiloni.

Macron beteiligte sich am Donnerstag am Treffen der Staats- und Regierungschefs der südeuropäischen Länder in Rom. Die sieben Mitgliedstaaten warben für eine solidarische Einwanderungspolitik in der Europäischen Union. Die sogenannten Med7 – Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland, Zypern und Malta – hoben am Mittwochabend in einer gemeinsamen Erklärung hervor, dass sie sich „zutiefst einer gemeinsamen europäischen Einwanderungspolitik verbunden“ fühlten.

apa

stol