Dienstag, 12. Dezember 2017

Magischer Theaterabend mit der Familie Flöz

Auch in diesem Jahr wird die Familie Flöz am Silvesterabend das Publikum im Waltherhaus wortlos in ihren Bann ziehen. Auf dem Programm steht „Infinita“ – ein Stück über den unendlichen Kreislauf des Lebens.

Infinita Silvesterabend - Foto: Simona Fossi
Infinita Silvesterabend - Foto: Simona Fossi

„Infinita“ thematisiert die beiden wichtigsten Momente menschlichen Lebens - Geburt und Tod. Die Zeit, in der die großen Wunder geschehen: der erste Auftritt in der Welt, die ersten mutigen Schritte und der erste kühne Absturz. Das Stück springt zwischen Pflegeheim und Kinderzimmer hin und her, geht zu Herzen und vermittelt gleichzeitig Leichtigkeit, weil sich Trauer und Komik miteinander verweben. Was zählt, sind die wahrhaftigen, unverstellten Momente des Lebens, so wie die Kinderzeit, in der die Emotionen unmittelbar ausgelebt werden, Freude und Frust offen gezeigt wird. So ehrlich wie die Kinder sind meist erst wieder die ganz Alten. Genau darum stehen diese beiden Phasen im Mittelpunkt der Inszenierung von Michael Vogel und Hajo Schüler. Gezeigt werden die Anfänge in der frühen Kindheit und der Endpunkt im Seniorenheim. Die ersten Krabbelversuche stehen im Kontrast dazu, im Alter auf Gehhilfe oder Rollstuhl angewiesen zu sein, das Kind will nicht in den Kindergarten, der Alte nicht ins Altersheim. Der Knirps im Laufstall erlebt seine ersten Siege, entdeckt das Stehen und Laufen, aber auch den ersten Frust, ist die Puppe der Schwester doch unerreichbar und der Laufstall wird zum Boxring. Auch mit dem Tod vor Augen gehen die Rangeleien weiter: man streitet sich um den Stammplatz auf der Bank, ringt mit Inkontinenz und es gilt, der Schwester ein paar Tabletten abzuluchsen. Musik und Masken sind die Mittel, mit denen die Familie Flöz ihre Geschichte erzählt. Die Sprache fehlt bei diesem Stück, das schonungslos aber mit viel Herzenswärme Anfang und Endpunkt des Lebens beleuchtet, keine Sekunde.

Die Familie Flöz ist eine der erfolgreichsten Theatergruppen Deutschlands, deren Stücke in fast 30 Ländern gezeigt wurden. Entstanden ist diese skurrile Theaterfamilie 1996 aus dem Studiengang für Pantomime an der Folkwang-Hochschule Essen. Sie besteht aus Schauspielern, Musikern, Maskenbildnern und allen möglichen anderen Berufen im und ums Theater und umfasst zehn Nationen. Die Maskentheatergruppe ist kein festes Ensemble, deshalb findet sich für jedes Stück eine neue Truppe zusammen. Darin liegt auch der besondere Reiz dieses Theatererlebnisses, denn kein Stück ist wie das andere. Die Schauspieler kreieren immer wieder aufs Neue eine unterhaltsame Mischung aus Schauspiel, Maskenspiel, Clownerie, Improvisation und Artistik. Die Familie Flöz ist nicht nur fesselnd und unterhaltsam, sondern auch unglaublich bewegend: Durch die Masken stehen Akteur und Zuschauer in einem permanenten und lebendigen Kontakt zueinander, der vor allem von der Fantasie des Betrachters lebt.

 

Termin: 31.12.2017, 20 Uhr, Bozen, Waltherhaus

Karten: im Südtiroler Kulturinstitut (Tel. 0471 313800), in allen Athesia Buchhandlungen, online unter ticketone.it. Infos: http://www.kulturinstitut.org/

Unterstützt wird das Gastspiel von FINSTRAL, gefördert von der Südtiroler Landesregierung, Abteilung Deutsche Kultur.

stol