Hier ihre Kolumne zum Thema Glück und Hoffnung auf Wandel. <BR /><BR /><BR /><BR />Was für eine himmlische Begegnung: Mehlschwalben im Pferdestall. Die Jungen noch recht klein und hineingesteckt in Nester wie die Rüben in das Gartenbeet. Die Alten mit Schnäbeln voller Insekten, die sie mit akrobatischer Eleganz aus der Luft pflücken. Früh sind sie heuer, die wandernden Himmelsboten. Und so schnell schießen sie in der engen Stallgasse an mir vorbei, dass ich den Luftzug ihrer Flügel spüre. <BR /><BR />Seit Jahrzehnten nisten sie in dem Gehöft, „und manchmal fällt ein Junges aus dem Nest“, erklärt mir ein Mädchen. „Dann setzten wir es einfach wieder hinein“, sagt sie mit dem Wissen eines Kindes vom Land. Und wie zur Bestätigung zwitschert es keinen Meter über ihrem Kopf. Insektennachschub! Und das ganze Spektakel frei Haus und besser als so manche Medizin für das Gemüt. Wie in den großen Sommern meiner Kindheit fühle ich mich in diesem Stall mit Schwalben. So als hätte es das letzte Jahr nicht gegeben. Und alle Sorge und Nöte sind verflogen in diesen kostbaren Momenten des Glücks, die man festhalten und ganz tief in der Seele bewahren möchte, für die schwere Zeit, die so lange unser Begleiter war und nun endlich, endlich zu Ende gehen scheint... <BR /><BR />Alle Sommergefühle nehmen sie mit, wenn die Schwalben im Herzen in den Süden ziehen. Den Geruch nach frischem Gras, das Blau von See und Himmel, den Wind in den Blättern, der seine rauschende Stimme so frei und leicht in die Lüfte schraubt wie das Silberlachen eines Kindes. Da hat ja jeder Mensch so seine eigenen Marker, wenn es um das Vogerl Glück geht. Und einsperren lässt es sich bekanntlich auch nicht – das flatterhafte Wesen – nicht einmal von Corona! <BR /><BR />Diese frühen Schwalben im Pferdestall... Für mich sind sie die Hoffnung auf den Wandel und ganz wunderbare Lehrmeister. Weil sie vor Auge führen, dass oft gerade den kleinen, den unbedeutend erscheinenden Augenblicken des Lebens ein Leuchten innewohnt, das die Schwalben nährt, die in der Brust jedes Menschen fliegen, wenn man sie füttert... mit den kleinen Freuden des Alltags, die nie alltäglich sind, wenn man sie bewusst erlebt.<BR /><BR />