Sonntag, 03. April 2016

Mehrere Tote in Berg-Karabach: Armenien ruft einseitige Waffenruhe aus

Nach den heftigen Gefechten mit dem Nachbarland Armenien an der Frontlinie zum umstrittenen Grenzgebiet Berg-Karabach (Nagorny-Karabach) hat Aserbaidschan am Sonntag eine einseitige Waffenruhe ausgerufen.

Die Region Berg-Karabach ist eine blutige Front.
Die Region Berg-Karabach ist eine blutige Front. - Foto: © APA/AFP

Bei den Gefechten waren am Samstag insgesamt mindestens 30 Soldaten getötet worden. Der Vorfall gilt als die heftigste Eskalation zwischen den Ex-Sowjetrepubliken seit Jahren.

Die überwiegend von Armeniern bewohnte Region Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Anfang der 1990er Jahre hatte sie sich in einem Krieg für unabhängig erklärt. Ein 1994 vereinbarter Waffenstillstand ist seit Jahren brüchig.

Internationale Vertreter warnen und rufen zu Zurückhaltung auf

Sowohl UN-Generalgekretär Ban Ki Moon als auch Vertreter der US-Regierung haben derweil beide Konfliktparteien zur Vermeidung weiterer Eskalationen aufgerufen. 

Ban zeigte sich „besonders besorgt über den Einsatz schwerer Waffen und die hohe Opferzahl, darunter welche in der Zivilbevölkerung“, hieß es in einer Erklärung. Der UNO-Generalsekretär rufe alle Beteiligten auf, „den Kämpfen ein sofortiges Ende zu setzen, die Waffenstillstandsvereinbarung vollständig zu respektieren und sofortige Schritte zur Deeskalation der Situation zu unternehmen“.

US-Außenminister John Kerry verurteilte den Vorfall in einer Erklärung „auf das Schärfste“. Er rief Armenien und Aserbaidschan auf, „Zurückhaltung zu zeigen, weitere Eskalation zu vermeiden und sich strikt an die Waffenruhe zu halten“.

Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, der Generalsekretär des Europarats, Thorbjörn Jagland, und Frankreichs Staatschef Francois Hollande sowie Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der russische Präsident Wladimir Putin richteten ähnliche Appelle an die Konfliktparteien. 

Aserbaidschan will Kämpfe in Berg-Karabach einstellen

Als „Zeichen guten Willens“ sei die Feuerpause beschlossen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Baku mit.
Allerdings würden alle von den armenischen Truppen besetzten Gebiete „befreit“, sollte das armenische Militär seine „Provokationen“ nicht stoppen.

dpa/apa/afp

stol