Freitag, 15. Juli 2016

Mindestens 84 Tote – Viele Kinder

Tote, Panik, flüchtende Menschen: Zum Nationalfeiertag raste am späten Donnerstagabend in der südfranzösischen Stadt Nizza ein Lastwagen in feiernde Menschen. Es gibt viele Opfer. Präsident Hollande hat das Sicherheitskabinett einberufen.

Die Amokfahrt eines Lkw auf der beliebten Promenade des Anglais in Nizza hat mindestens 84 Todesopfer gefordert.
Die Amokfahrt eines Lkw auf der beliebten Promenade des Anglais in Nizza hat mindestens 84 Todesopfer gefordert. - Foto: © LaPresse

Im südfranzösischen Nizza ist ein Unbekannter mit einem Lkw in eine Menschenmenge gerast. Insgesamt sind nach Angaben des französischen Innenministers Bernard Cazeneuve mindestens 84 Menschen ums Leben gekommen. 18 Menschen seien sehr schwer verletzt worden, sagte Cazeneuve Freitagfrüh in Nizza. Zudem gebe es rund 50 Leichtverletzte. Über die Nationalitäten der Opfer war zunächst nichts bekannt. Dem französischen Präsidenten Hollande zufolge sind unter den Getöteten auch Kinder. 

Das Grauen am Nationalfeiertag

Der Lastwagen war zwei Kilometer weit durch die Menschenmenge auf der berühmten Uferstraße Promenade des Anglais gerast. Die Menschen hatten sich dort versammelt, um den französischen Nationalfeiertag zu feiern. Nach Angaben des Innenministeriums erschossen Polizisten den Fahrer.

Medien berichteten, im Lastwagen seien Waffen und Granaten gefunden worden. Auf der Promenade des Anglais habe Panik und Verwirrung geherrscht. Die Zentrale für Opferhilfe im Außenministerium richtete eine Notrufnummer für Angehörige ein. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. 

Immer wieder Terror in Frankreich

Frankreich war wiederholt Ziel von Anschlägen. Bei islamistischen Attentaten waren im vergangenen Jahr 149 Menschen gestorben, davon 130 bei der Pariser Terrorserie am 13. November 2015. Während der kürzlich zu Ende gegangenen Fußball-Europameisterschaft hatte ein Mann, der sich zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte, nahe Paris einen Polizisten und dessen Partnerin umgebracht. Das Turnier fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. 

Auch zum Nationalfeiertag gab es massive Sicherheitsvorkehrungen. Für die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées in Paris wurden rund 11.500 Sicherheitskräfte mobilisiert. Am Nationalfeiertag wird der Erstürmung des Pariser Bastille-Gefängnisses am 14. Juli 1789 gedacht, die als Beginn der Französischen Revolution gilt.

dpa

stol