Ursprünglich aus der Gegend von Leipzig stammend, 16 Jahre an der Gerichtsmedizin in Bonn tätig, war die Medizinerin im letzten Sommer einem Ruf nach Innsbruck gefolgt. Sehr zur Freude von Rektor Dr. Wolfgang Fleischhacker: „Die Innsbrucker Gerichtsmedizin ist ein hoch reputiertes Institut nicht nur in Österreich, sondern international.“<BR /><BR />Diesen guten Ruf hat es sich vor allem durch die Expertise in der DNA-Analyse unter Walther Parson und auf dem Gebiet der Toxikologie erworben. Doberentz will nun die klassische forensische Medizin stärken. Also die Jagd nach Straftätern vom Seziertisch aus.<BR /><BR />Doberentz forscht unter anderem an der Frage, wie man erkennt, ob Brandopfer tatsächlich durch ein Feuer gestorben sind oder vorher bereits tot waren: „Wir haben mit den sogenannten Hitzeschockproteinen tatsächlich einen Marker gefunden, der das sicher nachweisen kann.“ Sind diese Proteine vorhanden, so hat die Person beim Ausbruch des Feuers noch gelebt.<h3> „Dunkelfelder“ bei Todesfällen</h3>Ebenfalls hat Doberentz einen Marker in Gewebeproben bei Opfern von Erhängungs-Todesfällen identifiziert. Sogenannte Aquaporine. Derzeit führt ihr Institut pro Jahr rund 600 Obduktionen durch. Aus Gründen der Verbrechensbekämpfung sollten es aber mehr sein: „Es ist klar: Umso mehr man hinschaut, umso mehr wird man finden.“ <BR /><BR />„Dunkelfelder“ seien etwa Todesfälle bei Kleinkindern und bei alten Menschen. Hier werde zu oft zu wenig genau geschaut, vermutlich bleibe daher eine nicht unerhebliche Anzahl von Verbrechen unentdeckt. Da das Institut aber nur auf Auftrag von Gericht und Ämtern handle, sei man zur Untätigkeit gezwungen. Überdies sei die Kapazität für vermehrte Obduktionen derzeit auch begrenzt.<BR />