Donnerstag, 09. April 2015

Moskau und Athen könnten Exportverbot umgehen

Im Zuge des Russland-Besuchs des griechischen Premiers Alexis Tsipras haben die beiden Länder offenbar einen Weg gefunden, Griechenland vom russischen Einfuhrverbot für landwirtschaftliche Produkte aus der EU auszunehmen.

Alexis Tsipras und Wladimir Putin
Alexis Tsipras und Wladimir Putin - Foto: © LaPresse

Beide Länder könnten gemeinsame Unternehmen gründen, die Obst und Gemüse aus Griechenland nach Russland einführen, verlautete am Mittwochabend aus Regierungskreisen in Athen.

Wegen der russischen Beteiligung an solchen Unternehmen würden ihre Einfuhren nicht als EU-Exporte betrachtet. „Es gibt einen gemeinsamen Willen, ein Verfahren zur Schaffung gemeinsamer griechisch-russischer Unternehmen auf russischem Gebiet für griechische Exporteure landwirtschaftlicher Produkte einzuleiten“, hieß es aus Athen.

So könne das „Haupthindernis“ für griechische Einfuhren überwunden werden, das im Sommer mit dem russischen Einfuhrverbot für Landwirtschaftsprodukte aus der EU entstanden sei.

Das Embargo hatte Moskau als Reaktion auf die EU-Sanktionen im Zuge der Ukraine-Krise verhängt. Tsipras sagte dazu am Mittwoch in Moskau, das Einfuhrverbot habe der griechischen Landwirtschaft eine große Wunde zugefügt.

Russland könnte in griechische Pipeline investieren

Aus den griechischen Regierungskreisen hieß es weiter, Tsipras habe bei seinem Treffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin auch die Möglichkeit erörtert, dass Russland sich an der Finanzierung des Baus einer Gas-Pipeline im Norden Griechenlands beteilige.

Russland könne „Griechenland die zu erwartenden künftigen Einnahmen dieses Projekts vorstrecken und sie ab 2019 zurückerhalten, wenn die Gasleitung zu funktionieren beginnt“. Dies könnte dazu beitragen, Griechenland aus seiner derzeit akuten Schuldenkrise zu helfen.

apa/afp

stol