Montag, 04. April 2016

Böhmermann dichtet, Merkel schlichtet: Geht er zu weit?

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat sich von einem Gedicht des ZDF-Moderators Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan distanziert.

Kurt Tucholsky meinte: Satire darf alles. Gilt das auch für das Gedicht von Jan Böhmermann? - Foto: Screenshot/YouTube
Kurt Tucholsky meinte: Satire darf alles. Gilt das auch für das Gedicht von Jan Böhmermann? - Foto: Screenshot/YouTube

In einem Telefonat mit Ministerpräsident Ahmet Davutoglu seien sich beide am Sonntagabend einig gewesen, dass es sich um „einen bewusst verletzenden Text“ handle, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Merkel habe auf die Konsequenzen verwiesen, die das ZDF gezogen habe. Zudem habe sie erneut „den hohen Wert“ betont, den die deutsche Regierung der Presse- und Meinungsfreiheit beimesse.

Das ZDF nimmt die Sendung aus dem Netz

Böhmermann hatte in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ ein Gedicht vorgetragen, das als „Schmähkritik“ an Erdogan gekennzeichnet war. Das ZDF hat die Sendung inzwischen aus der Mediathek im Internet entfernt.

Die Parodie zum Umgang Erdogans mit Satire entspreche nicht den Ansprüchen, die das ZDF an die Qualität von Satiresendungen stelle, hatte der Sender als Begründung mitgeteilt. Böhmermann selbst hat betont, der Beitrag habe die Grenze der Satire in Deutschland aufzeigen sollen.

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Auf die Frage von Journalisten, ob sich Merkel im Gespräch mit Davutoglu für den TV-Beitrag entschuldigt habe, sagte Seibert: „Ich habe Ihnen das gesagt, was dazu zu sagen ist.“

apa/reuters

stol