Mittwoch, 02. März 2016

FBI: iPhone-Entsperrung könnte Wegbereiter für weitere Fälle werden

Einmal erlaubt, immer angewandt: Die Entschlüsselung eines iPhones im Fall des Islamisten-Anschlags von San Bernardino könnte dem FBI zufolge doch zu einem Präzedenzfall werden.

FBI-Direktor James Comey stellte am Dienstag die Position seiner Behörde dar.
FBI-Direktor James Comey stellte am Dienstag die Position seiner Behörde dar.

Anhörung vor dem US-Kongress und nächste Runde im Gerangel um die Entschlüsselung eines iPhones im Fall des Islamisten-Anschlags von San Bernardino. 

Kein ziviler Ungehorsam für den Schutz persönlicher Daten

US-Technologiegigant Apple will sich einer letztinstanzlichen Entscheidung zur Entsperrung von iPhones auf Geheiß der US-Sicherheitsbehörden fügen. Dies machte Apple-Anwalt Bruce Sewell am Dienstag bei einer Anhörung im US-Kongress klar. Zugleich bekräftigte er die Kritik am Verlangen der US-Bundespolizei FBI.

Sewell wies Vorwürfe der US-Regierung zurück, wonach es sich bei der strikten iPhone-Entschlüsselung um einen Marketingtrick handle. Es gehe um die Vertraulichkeit der persönlichen Kommunikation. Ein Code zur Entschlüsselung des iPhones des San-Bernardino-Attentäters „würde auf jedem Telefon funktionieren“, warnte der Apple-Anwalt.

Wegbereiter für weitere Fälle

FBI-Direktor James Comey räumte in der Kongressanhörung ein, dass die Entschlüsselung des Islamisten-Telefons zu einem Präzedenzfall werden könnte. Sollte Apple das Handy entsperren müssen, könnte das FBI den Entscheid auch auf andere Fälle übertragen, sagte er. Damit weicht Corney von seiner Aussage aus der vergangenen Woche ab, als er sagte, die geforderte Entsperrung sei kein Wegbereiter für weitere Fälle.

Das FBI untersucht derzeit, ob die Attentäter von San Bernardino mit der Extremisten-Miliz IS in Kontakt standen. Dafür will das Justizministerium Apple per Gerichtsurteil zwingen, das iPhone eines Angreifers für die Ermittler zu entschlüsseln.

Doch der Technologiekonzern wehrt sich dagegen und spricht von einem gefährlichen Präzedenzfall.

dpa

stol