Dienstag, 21. September 2021

Nach dem 3. folgt der 4. Streich: Gietl und Schäli meistern auch das Matterhorn

Das Projekt NORTH6 läuft. Nach der erfolgreichen Besteigung der Nordwand des Eiger über die Route „Chant Du Cygne“ haben die Alpinisten Simon Gietl aus Südtirol und Roger Schäli aus der Schweiz nun auch die 4. klassische Nordwand – das Matterhorn (4478 Meter) bezwungen.

Viel Neuschnee und widrige Bedingungen: Simon Gietl folgt seinem Seilpartner Roger Schäli in der Schmid-Route aufwärts in Richtung Matterhorn Gipfel. - Foto: © Roger Schäli

183 Kilometer und 3080 Höhenmeter lagen zwischen Grindelwald am Eiger und Zermatt (1608 Meter), wenn man die Route über den Grimselpass (2164 Meter) wählt. Wieder legten sie die Strecke mit dem Rennrad zurück. Hier alles zu Projekt NORTH6.

Bei weitestgehend trockenen Verhältnissen gelang auch diese lange Radetappe ohne Zwischenfälle.


Das Team NORTH6 unterwegs auf der Radetappe von Grindelwald nach Zermatt. Es geht aufwärts zum Grimselpass. - Foto: © Frank Kretschmann



Als das NORTH6-Team am Fuße des Matterhorn eintraf, kündigte sich für den Folgetag Regen und Schneefall an. Daher entschied sich die Crew für einen Pausentag und erst am darauffolgenden Tag zur Hörnlihütte (3260 Meter) aufzusteigen, um einen Tag später in die Nordwand des Matterhorn einzusteigen.


Die Nordwand des Matterhorn.Gut zu sehen: Der Hörnligrat. - Foto: © Frank Kretschmann



So folgte auf den unfreiwilligen Ruhetag ein Zustieg zur Hörnlihütte bei Nebel und Regen. Das trübe Wetter ließ Schäli und Gietl kalt. Gegen 18 Uhr erreichten sie die Schutzhütte auf den Ausläufern des NO-Grats (Hörnligrat).

Nach einer erholsamen Nacht gelang der Einstieg in die Nordwand wie geplant gegen 6 Uhr. Roger Schäli und Simon Gietl wechseln sich mit dem Vorstieg ab. Die Schmid-Route war mit viel Neuschnee überdeckt, so dass der Routenverlauf beschwerlicher ist als erwartet. Trotz der widrigen Bedingungen erreichen die beiden Alpinisten am frühen Abend um 18 Uhr den Gipfel des Matterhorn. Ein weiteres Gipfelbild mit der glücklichen Seilschaft Gietl und Schäli.


Am Gipfel des Matterhorns. - Foto: © Simon Gietl



Dann stand den beiden der Abstieg über den Hörnligrat bevor. Dieser nimmt viel Zeit in Anspruch und forderte die beiden Athleten nochmals intensiv. Erst gegen 2 Uhr nachts erreicht das Team hungrig, müde aber glücklich ihr Basecamp am Campingplatz in Täsch (1449 Meter).

Nach einer kurzen Nacht ruft bereits die 5. Nordwand in Frankreich. Ein Länderwechsel steht bevor. Zudem sind erneut zwei Tage mit Regenfällen angekündigt. Daher schwingen sich die Alpinisten erneut in die Rennradsättel, um die Strecke nach Chamonix (1035 Meter) möglichst rasch und noch bei trockenen Verhältnissen zu überwinden:
140 Kilometer und 4.460 Höhenmeter stehen den Beiden bevor.


stol/vs

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